Swiss Re: SST-Quote bei 250 Prozent

Swiss Re veröffentlicht Financial Condition Report mit Solvenzquote von 250 Prozent. Das starke Vorjahr ermöglichte großzügige Ausschüttungen, doch Preisdruck und Naturkatastrophenrisiken belasten den Ausblick für 2026.

Swiss Re Aktie
Kurz & knapp:
  • Solvenzquote von 250 Prozent am oberen Zielkorridor
  • Dividende steigt auf 6,31 CHF je Aktie
  • Realer Preisdruck im P&C-Geschäft belastet
  • Hohe Rückstellungen für Naturkatastrophenrisiken

Swiss Re hat seinen Financial Condition Report 2025 veröffentlicht. Das Dokument zeigt: Der Konzern steht kapitalstark da — aber das operative Umfeld wird rauer.

SST-Quote am oberen Ende des Zielkorridors

Die Gruppen-SST-Quote für 2026 liegt bei 250 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Rückgang um sieben Prozentpunkte. Ursache sind geplante Kapitalrückführungen und Modellanpassungen. Positive Beiträge aus dem Versicherungs- und Anlagegeschäft haben den Rückgang teilweise abgefedert.

250 Prozent entspricht dem oberen Ende des eigenen Zielkorridors von 200 bis 250 Prozent. Diese Quote bildet die Grundlage für die gesamte Ausschüttungspolitik.

Starkes Vorjahr, großzügige Ausschüttungen

Das Fundament für die Ausschüttungen lieferte ein außergewöhnliches Geschäftsjahr 2025. Swiss Re steigerte den Konzerngewinn um 47 Prozent auf 4,8 Milliarden US-Dollar. Die Eigenkapitalrendite kletterte von 15,0 auf 19,6 Prozent.

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Auf der Hauptversammlung am 10. April beschlossen die Aktionäre eine Dividende von 6,31 CHF je Aktie — ein Plus von knapp fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hinzu kommt ein Aktienrückkaufprogramm für 2026, das Rückkäufe von bis zu 1,5 Milliarden USD ermöglicht.

Preisdruck und Katastrophenrisiken belasten den Ausblick

Das laufende Jahr stellt Swiss Re vor andere Vorzeichen. Bei den Januar-Erneuerungen stiegen die Schadensannahmen im P&C-Geschäft um 4,6 Prozent. Die nominalen Preise legten nur um 0,3 Prozent zu. Netto ergibt das einen realen Rückgang von 4,3 Prozent.

Kein Wunder, dass das Management vorsorgt. Für Naturkatastrophenschäden plant Swiss Re rund 2 Milliarden USD im Jahresbudget ein. Die größten Exposures liegen in den Szenarien atlantischer Hurrikan, kalifornisches Erdbeben, europäischer Wintersturm und japanisches Erdbeben.

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Für 2026 hält Swiss Re am Konzernnettoeinkommensziel von 4,5 Milliarden USD fest. Das P&C-Re-Segment peilt eine Combined Ratio unter 85 Prozent an, L&H Re einen Nettogewinn von 1,7 Milliarden USD.

Die Aktie notiert aktuell bei rund 145 Euro — knapp zwölf Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom November 2025. Der Markt wartet auf konkretere Signale.

Die Q1-Zahlen im Mai werden zeigen, wie stark Naturkatastrophenschäden vom Jahresbeginn und die Erneuerungsrunden das Ergebnis belastet haben. Die Solvenzquote von 250 Prozent gibt dem Konzern dabei erheblichen Puffer — sowohl gegenüber regulatorischen Mindestanforderungen als auch für weitere Kapitalrückführungen.

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Über Dieter Jaworski 3289 Artikel

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Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

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