Das Cannabis-Unternehmen SynBiotic SE sieht sich derzeit mit erheblichen operativen und finanziellen Herausforderungen konfrontiert. Nachdem die Unternehmensführung weitreichende Entscheidungen zur Umstrukturierung getroffen und die Geschäftsziele für das kommende Jahr drastisch nach unten korrigiert hat, reagieren die Anleger mit Zurückhaltung.
Am heutigen Mittwoch verzeichnete das Papier einen Rückgang von 7,8 % und notiert aktuell bei einem Kurs von 0,7430 Euro. Damit bewegt sich der Wert wieder deutlich in Richtung seines 52-Wochen-Tiefs von 0,7010 Euro, das erst am Montag erreicht worden war.
Insolvenzanträge bei SOLIDMIND und Lean Labs
Medienberichten zufolge beabsichtigen die Tochtergesellschaften SOLIDMIND Group GmbH und Lean Labs Pharma GmbH, Insolvenzanträge zu stellen. Als maßgebliche Gründe für diesen Schritt nennt das Unternehmen laut einer EQS-Adhoc-Mitteilung teilweise erhebliche Umsatzrückgänge im Geschäftsbereich mit CBD- und Hanfprodukten. Hinzu komme eine anhaltende rechtliche Unsicherheit in diesem Marktsegment, die eine verlässliche Planung erschwere.
Die SynBiotic SE hat beschlossen, die finanzielle Unterstützung für diese Einheiten nicht mehr fortzusetzen. Ziel dieser Maßnahme sei es, weitere Mittelabflüsse zu verhindern und die verbleibenden Ressourcen auf die strategischen Kernaktivitäten der Gruppe zu konzentrieren. Während die SOLIDMIND Group primär für den Vertrieb der Marke Hempamed zuständig war, fungierte Lean Labs innerhalb des Konzernverbunds als Entwicklungssparte.
Massive Korrektur der Geschäftsziele für 2025
Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Tochterfirmen haben direkte Auswirkungen auf die konsolidierte Prognose des Konzerns. Wie das Fachportal Apotheke Adhoc berichtet, wurde die Umsatzplanung für das Jahr 2025 massiv revidiert. Ursprünglich war das Management von einem Jahresumsatz in Höhe von 30 Millionen Euro ausgegangen – dieser Wert wurde nun auf rund 17 Millionen Euro gesenkt.
Noch deutlicher fällt die Anpassung beim erwarteten Ergebnis aus. Hatte das Unternehmen zuvor einen Gewinn von etwa 1,7 Millionen Euro in Aussicht gestellt, so wird nun mit einem Verlust von rund 1,5 Millionen Euro kalkuliert. Diese Korrektur verdeutlicht den massiven finanziellen Einschnitt, den der Wegfall beziehungsweise die Insolvenz der betroffenen Geschäftsbereiche für die gesamte Gruppe bedeutet.
Fokus auf medizinisches Cannabis und Portfoliobereinigung
Der aktuelle Schritt reiht sich in eine Serie von Konsolidierungsmaßnahmen ein. Bereits am 19. Juni hatte SynBiotic die finanzielle Unterstützung für die Tochtergesellschaft Hempro International GmbH beendet, woraufhin auch dort ein Insolvenzantrag angekündigt wurde. Das Unternehmen versucht durch diese Bereinigungen, die Abhängigkeit von schwankungsanfälligen CBD- und Hanfprodukten zu verringern.
Künftig soll der Fokus verstärkt auf dem Segment für medizinisches Cannabis liegen. Laut Unternehmensangaben macht dieser Bereich mittlerweile 60 Prozent der gesamten Umsatzstruktur aus. Die Sparten für CBD- und Hanfprodukte steuern hingegen jeweils nur noch etwa 20 Prozent bei.
Mit der Konzentration auf das medizinische Geschäft will der Konzern in einem regulatorisch stabileren Umfeld agieren, um die langfristige Finanzierung der verbleibenden Kernaktivitäten zu sichern.
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