Der Cannabis-Konzern SynBiotic steht vor einer tiefgreifenden Umstrukturierung seiner Unternehmensgruppe. Medienberichten zufolge beabsichtigen die Tochtergesellschaften SOLIDMIND Group GmbH und Lean Labs Pharma GmbH, Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen. Dieser Schritt folgt auf die Entscheidung der Muttergesellschaft, die finanzielle Unterstützung für beide Einheiten einzustellen.

Die wirtschaftliche Schieflage der Töchter resultiert primär aus deutlichen Umsatzrückgängen im Bereich der CBD- und Hanfprodukte. Hinzu kommt eine anhaltende Rechtsunsicherheit in diesem Marktsegment, die das operative Geschäft zusätzlich belastet.

Während die am 31. Juli gemeldete Absicht zur Insolvenz die SOLIDMIND Group trifft, die für den Vertrieb bekannter Marken wie Hempamed und Plantoplus zuständig ist, fungierte die Lean Labs Pharma GmbH innerhalb der Gruppe als spezialisierte Entwicklungssparte.

Massive Korrektur der Geschäftsziele

Parallel zu den Schwierigkeiten bei den Tochterfirmen hat das Management von SynBiotic die Erwartungen für das Geschäftsjahr 2025 drastisch nach unten korrigiert. Wurde ursprünglich noch ein Umsatz von rund 30 Millionen Euro in Aussicht gestellt, geht das Unternehmen nun nur noch von etwa 17 Millionen Euro aus.

Auch auf der Ergebnisseite zeigen sich die Auswirkungen der Krise deutlich: Statt des zuvor prognostizierten Gewinns von 1,7 Millionen Euro rechnet die Konzernführung nun mit einem Verlust in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro.

Die jüngsten Entwicklungen reihen sich in eine Serie von Rückschlägen ein. Bereits im Juni hatte die Tochtergesellschaft Hempro International GmbH die Beantragung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens angekündigt. Damit ist ein erheblicher Teil der operativen Einheiten von SynBiotic von Zahlungsunfähigkeit betroffen, was die gesamte Konzernstruktur und die bisherige Wachstumsstrategie massiv unter Druck setzt.

Aktie markiert neues Jahrestief

Die Börse reagierte empfindlich auf die Nachrichtenkette der vergangenen Wochen. Am heutigen Freitag verzeichnete die SynBiotic-Aktie eine negative Kursbewegung von 9,4 Prozent und notiert bei 0,8020 Euro. Damit erreichte das Papier zeitgleich ein neues 52-Wochen-Tief.

Seit Jahresbeginn summiert sich der Wertverlust der Aktie auf 71 Prozent. Dieser drastische Abwärtstrend spiegelt die Skepsis der Anleger wider, ob der Konzern die operativen Schwierigkeiten und den Wegfall wichtiger Umsatzträger kurzfristig kompensieren kann.

Die drastische Revision der Prognose verdeutlicht, dass die Expansionspläne der vergangenen Jahre durch die realen Marktbedingungen im Hanf- und CBD-Sektor vorerst ausgebremst wurden. Anleger beobachten nun, wie die verbleibenden Unternehmensteile stabilisiert werden sollen.