Die Synopsys-Aktie erlebte ein wahres Comeback – doch nicht durch eigene Kraft. Während das Unternehmen noch unter den Nachwehen enttäuschender Quartalszahlen leidet, sorgte ausgerechnet eine Partnerschaft zwischen Intel und Nvidia für Rückenwind. Könnte ausgerechnet der Großkunde, der zuletzt für Kopfschmerzen sorgte, nun zum Retter werden?

Branchenwind bläst Synopsys nach oben

Am Donnerstag verkündeten Intel und Nvidia eine strategische Zusammenarbeit zur Entwicklung maßgeschneiderter Rechenzentren- und PC-Produkte. Was auf den ersten Blick nichts mit Synopsys zu tun hat, entpuppte sich als Kurstreiber für den Chip-Design-Spezialisten. Der Grund: Intel gilt als einer der größten IP-Kunden von Synopsys.

Jordan Klein von Mizuho sieht in der Intel-Nvidia-Allianz ein positives Signal für Synopsys‘ schwächelndes Design-IP-Geschäft. Genau dieses Segment hatte das Unternehmen erst kürzlich als Problembereich identifiziert und damit die Märkte geschockt.

Comeback nach dem Quartalskater

Der Optimismus kommt zur rechten Zeit. Am 9. September hatte Synopsys die Anleger mit enttäuschenden Quartalszahlen kalt erwischt. Mit einem Umsatz von 1,74 Milliarden Dollar und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 3,39 Dollar verfehlte das Unternehmen die Analystenschätzungen deutlich.

Besonders schmerzhaft: Das Design-IP-Geschäft brach um 8 Prozent ein – trotz eines robusten 23-prozentigen Wachstums im Kernbereich Design Automation. Die Aktie erlebte daraufhin den schlimmsten Handelstag seit dem Börsengang.

Die Ursache für die Misere: „Herausforderungen bei einem großen Foundry-Kunden“ und neue US-Exportbeschränkungen, wie das Management vage formulierte. Diese Unklarheit über die Kundenidentität verstärkte die Verunsicherung zusätzlich.

Hoffnungsschimmer oder Strohfeuer?

Die Intel-Nvidia-Partnerschaft könnte die befürchteten Investitionskürzungen des mysteriösen Großkunden abschwächen oder durch neue Projekte kompensieren. Doch Anleger werden weiterhin misstrauisch bleiben, bis konkrete Zahlen folgen.

Der Fokus liegt nun auf dem Quartalsbericht für das vierte Quartal, der Anfang Dezember erwartet wird. Dort wird sich zeigen, ob die heutige Euphorie berechtigt war oder nur ein kurzes Aufbäumen in einem anhaltenden Abwärtstrend darstellt.