Der Solar- und Energiespeicher-Spezialist T1 Energy steht vor einem entscheidenden Termin. Am 9. Juli verfallen 24,6 Millionen Warrants – und das könnte die Aktie gehörig durcheinanderwirbeln. Bei einem Schlusskurs von 7,60 Euro bleibt der Markt angespannt.
Die große Warrants-Frage
Das Unternehmen hat gleich zwei Arten von Warrants im Umlauf: 14,8 Millionen öffentliche Stücke und 9,8 Millionen private. Ihr Ausübungspreis liegt bei 11,50 Dollar – fast 50 Prozent über dem aktuellen Kurs. Würden alle Investoren ihre Warrants ziehen, kämen rund 282,9 Millionen Dollar in die Kasse. Der Haken: Die neuen Aktien würden den Bestand um geschätzte 8,8 Prozent verwässern.
Ob die Warrants überhaupt ausgeübt werden, ist offen. Der Kurs liegt weit unter der Schwelle. Ohne eine drastische Bewegung nach oben dürften die meisten Papiere wertlos verfallen. Das entlastet die Aktionäre zunächst – die geplante Finanzierung für das G2_Austin-Projekt bleibt aber unsicher.
Milliardenschwere Lücke
Das Austin-Werk ist das Herzstück von T1 Energys Expansionsstrategie. Rund 225 Millionen Dollar fehlen noch, um die Zellproduktion im vierten Quartal 2026 zu starten. Hinzu kommt die geplante Übernahme von KORE Power für 32 Millionen Dollar. Das Management rechnet damit, dass der Zukauf bereits im laufenden Geschäftsjahr positiv zum operativen Ergebnis beiträgt.
Parallel läuft die Produktion hoch. Die G1_Dallas-Anlage soll zwischen 3,1 und 4,2 Gigawatt pro Jahr liefern. Austin käme später mit weiteren 2,1 Gigawatt dazu. Ein ehrgeiziger Plan – der von Kapital und Umsetzung abhängt.
Signale aus dem Aufsichtsrat
Ein Indiz, dass das Management an den Erfolg glaubt: Director W. Richard Anderson erhielt am 2. Juli 22.695 Restricted Stock Units. Insgesamt bekamen sechs Aufsichtsräte 146.850 RSUs im Wert von rund 1,3 Millionen Dollar. Die Zuteilungen sind an Leistung und Zeitpläne geknüpft – ein typisches Instrument, um Führungskräfte langfristig zu binden.
Der Aktienkurs selbst zeigt Neutralität. Der RSI liegt mit 49,3 genau im Mittelfeld. Auf Wochensicht verlor das Papier knapp neun Prozent, der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 11,00 Euro beträgt rund 31 Prozent. Nach unten schützt das Tief von 3,24 Euro – mehr als 130 Prozent darunter notiert die Aktie derzeit.
Ob die Warrants-Entscheidung am 9. Juli neuen Schwung bringt oder die nächste Hürde aufbaut, wird sich dann zeigen. Bis dahin heißt es: abwarten, was die Warrants-Inhaber tun.
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