TAG Immobilien blickt nach einem erfolgreichen ersten Halbjahr optimistischer auf das Gesamtjahr. Der operative Gewinn aus der Vermietung (FFO I) kletterte in den ersten sechs Monaten um neun Prozent auf 100,2 Millionen Euro. Infolge dieser Entwicklung konkretisierte das Unternehmen am Dienstag seine Prognose für 2026. Das Management erwartet nun ein Ergebnis am oberen Ende der bisherigen Zielspanne von 187 bis 197 Millionen Euro.

Fokus auf Kernmarkt und Dividende

Im deutschen Kernmarkt profitierte der Konzern von einer stabilen Mietentwicklung. Das Mietwachstum auf vergleichbarer Fläche belief sich auf 3,0 Prozent. Gleichzeitig sank die Leerstandsquote im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zehn Basispunkte auf 3,8 Prozent. Der operative Gewinn nach dem Verkauf von Immobilien (FFO II) legte im selben Zeitraum sogar um elf Prozent zu.

Diese operativen Fortschritte untermauern den finanziellen Spielraum für die geplante Dividendenpolitik. Für das laufende Geschäftsjahr strebt TAG Immobilien an, die Ausschüttungsquote deutlich anzuheben. Vorgesehen ist eine Steigerung von 40 auf mindestens 50 Prozent des FFO I. Damit signalisiert das Unternehmen Zuversicht bezüglich der künftigen Cashflow-Entwicklung.

Strategische Fortschritte in Polen

Zusätzliche Dynamik kam zuletzt aus dem polnischen Markt. Die Tochtergesellschaft ROBYG wurde Anfang Juli erfolgreich an der Warschauer Börse gelistet, wobei TAG einen Mehrheitsanteil von 67,1 Prozent behält. Dieser Börsengang spülte Bruttoerlöse in Höhe von 282 Millionen Euro in die Kassen. Die liquiden Mittel dienen vorrangig dem weiteren Abbau von Verbindlichkeiten.

Pro-forma-Berechnungen zufolge sinkt der Verschuldungsgrad (LTV) durch diese Maßnahme um etwa 320 Basispunkte auf 42,2 Prozent. Nach Rückzahlung von Schulden verbleibt dem Konzern eine freie Liquidität von mehr als 450 Millionen Euro.

Bereits im Mai hatte das Unternehmen das Resi4Rent-Portfolio für 575 Millionen Euro erworben, das bis zum Halbjahr eine Wertsteigerung von sieben Prozent verzeichnete. Parallel zur strategischen Ausrichtung setzt der Konzern auf personelle Kontinuität: Der Vorstandsvertrag von Co-CEO Claudia Hoyer wurde im Juli vorzeitig bis Mitte 2032 verlängert.

Analysten bestätigen Kaufempfehlung

Am Aktienmarkt reagierte der Kurs heute verhalten und notiert bei 13,47 Euro, was einem Rückgang von 1,0 Prozent entspricht. Damit vergrößert sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch auf 20 Prozent. Die Marktkapitalisierung des Immobilienkonzerns beläuft sich damit aktuell auf 2,61 Milliarden Euro.

Analysten bewerten die fundamentale Lage dennoch mehrheitlich positiv. Die Experten von Berenberg bestätigten am Dienstag ihre Einstufung auf „Buy“ mit einem Kursziel von 20 Euro. Sie verwiesen dabei auf die soliden Halbjahreszahlen und die konkretisierte Guidance.

Auch die Citigroup sieht weiterhin Potenzial für den Wert. Die Bank senkte zwar am vergangenen Freitag ihr Kursziel leicht auf 20,70 Euro, behielt ihre Kaufempfehlung für die Papiere von TAG Immobilien jedoch ausdrücklich bei.