Take-Two Interactive zieht heute deutlich an: Die Aktie notiert bei 186,90 Euro und legt damit 2,9 Prozent zu, nachdem sie gestern noch bei 181,60 Euro geschlossen hatte. Ein konkreter Auslöser für die Rally ist nicht bekannt – die Erholung fällt jedoch in eine Phase, in der der Starttermin von Grand Theft Auto VI immer näher rückt und Anleger die Aussichten des Spiele-Konzerns neu bewerten.

GTA VI als zentraler Werttreiber

Rockstar Games, die Studiotochter von Take-Two, hat den Starttermin für Grand Theft Auto VI auf den 19. November festgelegt. Das Spiel gilt als der wichtigste Umsatzhebel des Konzerns für die kommenden Jahre.

Bereits Ende August hatte ein Gameplay-Video zu GTA VI mediale Aufmerksamkeit erregt und laut Berichten mehr Aufrufe erzielt als vergleichbare Netflix-Inhalte – ein Indiz dafür, wie groß das öffentliche Interesse an dem Titel bereits vor Marktstart ist.

Die Kursentwicklung der vergangenen Wochen war dennoch turbulent. Der heutige Anstieg reiht sich in ein Bild ein, in dem das Papier zuletzt deutlich unter Druck stand: Auf Monatssicht steht weiterhin ein Minus von 14 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn ebenfalls.

Die Volatilität rund um den Titel bleibt hoch, was angesichts der bevorstehenden Veröffentlichung des mit Spannung erwarteten Spiels wenig überrascht – Anleger preisen sowohl Chancen als auch Risiken des Launches ein.

Guidance bestätigt Wachstumskurs

Take-Two hatte Anfang August seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr vorgelegt. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einem Nettoumsatz nach GAAP von 7,9 bis 8,1 Milliarden Dollar sowie einem Nettogewinn zwischen 104 und 143 Millionen Dollar, was einem verwässerten Ergebnis je Aktie von 0,55 bis 0,75 Dollar entspräche.

Für das laufende zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellte das Unternehmen einen Nettoumsatz von 1,42 bis 1,47 Milliarden Dollar in Aussicht, gleichzeitig aber einen Nettoverlust zwischen 157 und 140 Millionen Dollar.

Der operative Cashflow soll im Geschäftsjahr die Marke von einer Milliarde Dollar übersteigen, während die Investitionsausgaben mit rund 290 Millionen Dollar veranschlagt sind. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Take-Two trotz erwarteter Verluste in einzelnen Quartalen operativ solide aufgestellt bleibt – ein Muster, das bei Publishern vor großen Spielveröffentlichungen nicht unüblich ist, da Marketing- und Entwicklungskosten vorgezogen anfallen.

Insider-Verkauf ohne Signalwirkung

Anfang September verkaufte Finanzvorständin Lainie Goldstein 1.335 Aktien im Wert von rund 291.000 Dollar. Der Verkauf erfolgte im Rahmen eines automatisierten Rule-10b5-1-Plans zur Deckung von Steuerverbindlichkeiten aus zugeteilten Restricted Stock Units und betraf lediglich 0,47 Prozent ihres direkten Aktienbestands. Ein Warnsignal für Investoren lässt sich daraus nicht ableiten.

Blick auf die Hauptversammlung

Take-Two hat zudem seine jährliche Hauptversammlung für den 17. September angekündigt. Die Veranstaltung findet als rein virtuelle Audiokonferenz statt. Für Anleger dürfte sie vor allem als Gelegenheit dienen, aktuelle Einschätzungen des Managements zum Zeitplan und den Erwartungen an Grand Theft Auto VI zu erhalten, bevor der eigentliche Launch im November ansteht.