Der Hype um Grand Theft Auto VI treibt die Kurse in ungeahnte Höhen. Mit 224,60 Euro kratzt das Papier dicht an seinem 52-Wochen-Hoch. Technisch wird die Luft langsam dünn. Aber die Wall Street ruft bereits die nächsten Rekordziele aus.
In den vergangenen Wochen schoss der Kurs kräftig nach oben. Auf Monatssicht steht ein Plus von knapp 21 Prozent. Das bringt die Aktie weit über ihre gleitenden Durchschnitte. Der Abstand zur 50-Tage-Linie beträgt aktuell satte 13,5 Prozent.
Die Folge: Der Relative-Stärke-Index kletterte auf 73,8 Punkte. Analysten werten dieses Niveau als überkauft. Das Risiko für kurzfristige Rücksetzer steigt. Die annualisierte Volatilität liegt bei über 31 Prozent. Das zeigt die wachsende Nervosität der Anleger.
Analysten bullisch, Insider verkaufen
JPMorgan strich Take-Two kürzlich von seiner Fokusliste. Das geschah aufgrund von internen Richtlinien zur Sektorabdeckung. An der grundsätzlichen Euphorie ändert das wenig. Von 30 befragten Analysten raten 29 zum Kauf.
Die Bank of America ruft mit 368 US-Dollar das höchste Kursziel aus. Analyst Omar Dessouky rechnet mit massiv besseren Einnahmen durch GTA Online. Auch BMO Capital bestätigt die Aktie mit einem Ziel von 285 Dollar.
Parallel dazu ziehen Führungskräfte Kapital ab. Insider verkauften in den letzten drei Monaten Aktien für 135,3 Millionen US-Dollar. Solche Verkäufe sind vor großen Produktstarts nicht ungewöhnlich. Angesichts der Rekordkurse sorgt das Volumen dennoch für Aufsehen.
Der Faktor Rockstar Games
Alles dreht sich um den 19. November 2026. An diesem Tag erscheint Grand Theft Auto VI. Marktforscher von DFC Intelligence erwarten 40 Millionen verkaufte Einheiten im ersten Jahr. Das entspricht einem prognostizierten Umsatz von 3,2 Milliarden US-Dollar.
Allein am ersten Tag rechnen Experten mit Einnahmen zwischen einer und zwei Milliarden Dollar. Der Release wird das Geschäft von Take-Two komplett verschieben. Im vergangenen Geschäftsjahr machte Rockstar Games lediglich 16 Prozent der Nettobuchungen aus.
Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet das Management einen Sprung auf 36 Prozent. Die Gesamtbuchungen sollen dann auf bis zu 8,2 Milliarden Dollar steigen. Das entspräche einem Wachstum von rund 20 Prozent.
Am Optionsmarkt positionieren sich Händler für weitere Kursgewinne. Besonders Call-Optionen für Juli 2026 mit einem Basispreis von 300 Dollar verzeichnen ungewöhnlich hohe Volumina. Spekulanten wetten auf einen starken Anstieg im Vorfeld des Herbstes.
Die nahe Zukunft der Aktie hängt direkt an der Dynamik der Vorbestellungen. Enttäuschen erste offizielle Verkaufszahlen, dürfte das bei der überkauften Marktlage rasch zu Gewinnmitnahmen führen. Übertreffen die Vorbestellungen jedoch die Schätzungen, sichert das den Weg zu den ausgerufenen Rekord-Kurszielen.
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