Take-Two nähert sich wieder seinem Jahreshoch. Die Aktie schloss am Montag bei 209,60 Euro, ein Plus von 1,26 Prozent zur letzten Sitzung. Nur noch 9,42 Prozent trennen den Titel vom 52-Wochen-Hoch bei 231,40 Euro, erreicht am 7. Juli.

Der Kurs liegt komfortabel über dem 50-Tage-Durchschnitt von 203,11 Euro. Das signalisiert einen intakten kurzfristigen Aufwärtstrend, kurz vor den Quartalszahlen im August.

Zahlen kommen, Erwartungen sind gedämpft

Take-Two meldet die Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 am Freitag, den 7. August, vor Börsenöffnung. Das Management hält um 8 Uhr Eastern Time eine Telefonkonferenz ab.

Die Erwartungen für das Quartal fallen verhalten aus. Der Konsens sieht einen Gewinn je Aktie von 0,31 US-Dollar, ein Rückgang von rund 49 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Auch beim Umsatz rechnen Analysten mit einem Minus im Jahresvergleich.

Jefferies erklärt einen Teil dieser Schwäche mit einem simplen Timing-Effekt. Das große Sommer-Update für GTA Online kam dieses Jahr erst im Juli, im Vorjahr bereits im Juni. Das erschwert den Vergleich zum Vorquartal, ändert aber nichts an den grundsätzlichen Engagement-Trends der Spieler.

Wall Street bleibt bullish

Trotz der schwachen Quartalsprognose steht die Mehrheit der Analysten fest hinter der Aktie. 26 von 29 Analysten empfehlen den Kauf, nur einer rät zum Halten, einer zum Verkauf.

Das Kursziel im Schnitt liegt bei 284 US-Dollar, etwa 120 Prozent über dem aktuellen Kurs. Bemerkenswert: Dieses Ziel ist in jedem der vergangenen vier Quartale gestiegen, während sich die Aktie seitwärts bis leicht abwärts bewegte. Die Lücke zwischen Analystenerwartung und Marktpreis wird also größer, nicht kleiner.

Benchmark bestätigte sein Kaufrating mit einem Kursziel von 300 US-Dollar. Die Analysten begründen dies mit anhaltendem Geschäftsmomentum und einer bewusst konservativen Prognose des Managements vor dem größten Produktstart der Firmengeschichte. Das Kalkül dahinter: Wer kurz vor GTA VI die Erwartungen niedrig hält, hat wenig zu verlieren und viel zu gewinnen.

GTA VI überstrahlt alles andere

Die eigentliche Kursgeschichte spielt sich nicht in den Quartalszahlen ab, sondern rund um Grand Theft Auto VI. Investoren fragen weniger nach dem laufenden Geschäft als nach Timing und Umfang des Spiels, besonders nach dessen Online-Komponente.

Diese Fokussierung erklärt auch, warum die schwache Gewinnprognose die Analysten kaum beunruhigt. Jefferies rechnet für das Geschäftsjahr 2027 mit einem starken Start von GTA VI und mehr als 40 Millionen verkauften Einheiten. Vor diesem Hintergrund wirken die Timing-Effekte bei GTA Online wie Nebengeräusche.

Der Kurs bewegt sich derzeit im mittleren Bereich der 12-Monats-Spanne, 31,63 Prozent über dem Februar-Tief von 159,24 Euro. Die annualisierte Volatilität von knapp 33 Prozent und ein neutraler RSI von 49,9 zeigen: Der Markt wartet ab. Der nächste klare Kurstreiber dürfte der Zahlentermin am 7. August liefern, vor allem falls das Management dort neue Details zum Online-Geschäftsmodell von GTA VI nennt.