Grand Theft Auto VI kommt am 19. November 2026 — und schon jetzt sorgt die Ankündigung für Aufruhr. Nicht wegen des Spiels selbst, sondern wegen einer ungewöhnlichen Entscheidung: Die physische Version enthält keine Disc, nur einen Download-Code.
Leere Schachtel, voller Preis
Rockstar Games bestätigte am 25. Juni, dass die Boxed Edition von GTA VI lediglich einen digitalen Code enthält. Das hat eine direkte Konsequenz für den Gebrauchtmarkt: Einmal eingelöste Codes lassen sich nicht weiterverkaufen. GameStop und ähnliche Händler verlieren damit ihr Kerngeschäft mit gebrauchten Kopien.
Zwei Retailer haben bereits reagiert. Video Games Plus, ein nordamerikanischer Händler mit fast 40 Jahren Geschichte, erklärte auf X, keine Produkte zu verkaufen, die ausschließlich einen digitalen Code enthalten. GTA VI wird dort nicht erhältlich sein.
Analysten sehen das gelassen. Die Nachfrage nach dem Titel sei groß genug, um Händler-Boykotte zu überstehen.
Preispunkt enttäuscht, Wall Street bleibt bullish
Take-Two setzt den Standardpreis auf 79,99 Dollar. Eine Ultimate Edition kostet 99,99 Dollar. Einige Analysten hatten auf einen Einstiegspreis von 100 Dollar gehofft — das dürfte den kurzzeitigen Kursrückgang am Donnerstag erklären.
Mittelfristig zeigt sich die Analystengemeinde wenig beeindruckt von dieser Enttäuschung. Von 32 Analysten empfehlen 30 die Aktie mit Buy oder Strong Buy. Bank of America hob das Kursziel von 320 auf 368 Dollar an und prognostiziert für das Geschäftsjahr 2028 allein aus GTA Online Buchungen von 2,2 Milliarden Dollar — rund 900 Millionen Dollar mehr als bisher. BTIG-Analyst Clark Lampen startete die Coverage mit Buy und einem Kursziel von 290 Dollar. BMO Capital erhöhte sein Ziel leicht auf 285 Dollar.
Zahlen, die den Hype untermauern
Morningstar erwartet für das Geschäftsjahr 2027 zwischen 60 und 70 Millionen verkaufte Einheiten. Das Management selbst peilt einen Umsatz von 7,9 bis 8,1 Milliarden Dollar an — verbunden mit einer Rückkehr in die Gewinnzone.
Das laufende Quartal bleibt vorerst teuer: 1,36 Milliarden Dollar Umsatz bei einer EBITDA-Marge von nur 9 Prozent, weil die Marketingausgaben vor dem November-Launch hochlaufen. Der eigentliche Sprung kommt im Dezember-Quartal — der Konsens rechnet mit 3,28 Milliarden Dollar Umsatz, ein Plus von 86 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Die Aktie schloss am Donnerstag bei 209,20 Euro und liegt damit rund 31 Prozent über dem Februar-Tief. Zum 52-Wochen-Hoch fehlen noch gut 7 Prozent. Pre-Loading für digitale Vorbesteller startet am 12. November — eine Woche vor dem offiziellen Launch.
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