Erst ein neues Rekordhoch, dann der Rückzug. Take-Two Interactive markierte am 7. Juli mit 231,40 Euro ein frisches 52-Wochen-Hoch. Nur wenige Handelstage später notiert die Aktie bei 213,00 Euro — knapp 8 Prozent unter dem Gipfel, nach einem Wochenverlust von 4,57 Prozent.
Analysten heben Kursziele an, der Kurs zieht nicht mit
Der Rekordlauf kam nicht aus dem Nichts. Wells Fargo-Analyst Alec Brondolo hob sein Kursziel für Take-Two kurz vor dem Hoch von 287 auf 289 Dollar an und bestätigte die Einstufung „Overweight“. BMO Capital-Analyst Brian Pitz zog nach und erhöhte sein Ziel von 280 auf 285 Dollar, ebenfalls mit „Outperform“-Rating.
Insgesamt bewerten 29 Analysten die Aktie im Schnitt mit „Strong Buy“. Das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel liegt bei 284,07 Dollar. JPMorgan strich Take-Two zwar von seiner Analyst Focus List, setzte die Coverage aber aus internen Richtliniengründen für mehrere Internet-Werte gleichzeitig aus — kein Signal für eine veränderte Einschätzung.
Trotz der positiven Kursziel-Anhebungen konnte die Aktie ihr Momentum nicht halten. In der zweiten Wochenhälfte bröckelten die Kurse. Ein Marktbeobachter brachte es auf den Punkt: Die Aktie hänge stark an der eigenen Release-Pipeline und der allgemeinen Nachfrage nach Videospielen in den USA.
Der Trend bleibt intakt
Der Rücksetzer wirkt technisch betrachtet wie eine Verschnaufpause, nicht wie eine Trendwende. Die Aktie notiert weiterhin 6,15 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 200,66 Euro und 7,32 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 198,47 Euro. Der 14-Tage-RSI liegt bei 54,3 — ein neutraler Wert, weder überkauft noch überverkauft.
Auf 30-Tage-Sicht steht dennoch ein Plus von 16,78 Prozent zu Buche. Auf Jahressicht ist die Aktie mit minus 0,79 Prozent nahezu unverändert. Der Großteil der jüngsten Rally hat sich also in wenigen Wochen abgespielt — getrieben von der wachsenden Erwartung rund um den kommenden Rockstar-Blockbuster Grand Theft Auto VI.
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 32,76 Prozent zeigt: Der Markt preist erhebliche Unsicherheit ein. Das ist typisch für eine Aktie, die vor einem der größten Produktstarts der Branchengeschichte steht.
Der nächste Termin
Take-Two will die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal 2027, das am 30. Juni 2026 endete, am Freitag, den 7. August 2026, vor Handelsbeginn vorlegen. Wells Fargo-Analyst Brondolo rechnet nicht mit größeren Überraschungen. Die Buchungen dürften im Rahmen der Erwartungen liegen, ein Update zu Grand Theft Auto VI ist unwahrscheinlich — das Unternehmen veröffentlicht traditionell keine Vorbestellzahlen.
Bis dahin dürfte der Kurs weniger von unternehmenseigenen Nachrichten getrieben werden als von der allgemeinen Stimmung gegenüber Wachstums- und Technologiewerten. Der Markt erwartet zudem, dass das EBITDA im Juni-Quartal zunächst weiter unter Druck bleibt, bevor die Erwartungen auf einen deutlichen Anstieg im Zuge des Release-Fensters im November umschlagen.
Die Fähigkeit, sich nach dem Rekordhoch oberhalb der wichtigen gleitenden Durchschnitte zu halten, spricht für einen intakten Aufwärtstrend. Die Gewinnmitnahmen zum Wochenschluss ändern daran vorerst wenig.
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