Take-Two Interactive legt am Montag um 5,30 Prozent zu und schließt bei 214,60 Euro. Auslöser ist eine frisch eingereichte Hauptversammlungsunterlage bei der US-Börsenaufsicht SEC. Sie liefert erstmals konkrete Zahlen dazu, wie stark das Management das interne Ziel im vergangenen Geschäftsjahr überboten hat.

Bonuszahlungen auf Maximalniveau

Take-Tos Vergütungssystem koppelt einen Großteil der Managerbezüge an das bereinigte EBITDA. Im Geschäftsjahr 2026 erreichte dieser Wert 1.401,6 Millionen Dollar. Das interne Ziel lag bei 919,5 Millionen Dollar.

Die Differenz ist enorm. Sie löst laut der Einreichung die maximal möglichen Bonuszahlungen für die Führungsriege aus. Die Aktionäre stimmen bei der Hauptversammlung am 17. September nicht bindend über diese Vergütungspraxis ab — das Board will das Votum aber berücksichtigen.

Neben der Vergütungsfrage stehen bei der Versammlung die Wahl von zehn Vorstandsmitgliedern, eine Satzungsänderung zur Haftungsbegrenzung für bestimmte Führungskräfte sowie die Bestätigung von Ernst & Young als Wirtschaftsprüfer auf der Tagesordnung. Die Einladung dazu soll etwa am 3. August an die Aktionäre gehen.

GTA VI wird zum finanziellen Fixpunkt

Bemerkenswerter als die Formalie ist ein Detail zur Kommunikationsstrategie. Take-Two hat erstmals ein konkretes Datum für Grand Theft Auto VI mit einem finanziellen Rahmen verknüpft. Bislang vermied das Unternehmen jede Aussage zum Timing.

Der Starttermin steht nun fest: der 19. November 2026. Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet Take-Two einen operativen Cashflow von mehr als einer Milliarde Dollar. Die Netto-Buchungen sollen auf 8,0 bis 8,2 Milliarden Dollar steigen — ein Sprung von rund 20 Prozent gegenüber dem Rekordwert von 6,72 Milliarden Dollar im Vorjahr.

Nahezu der gesamte Zuwachs hängt am GTA-VI-Start. Das Bestandsportfolio zeigt derweil, wie tragfähig das Geschäft auch ohne neue Blockbuster ist: Grand Theft Auto V verkaufte sich bislang fast 230 Millionen Mal, Red Dead Redemption 2 über 80 Millionen Mal.

Kurs über beiden Durchschnittslinien

Der Kurssprung am Montag hebt die Aktie über ihren 50-Tage-Durchschnitt von 203,53 Euro und den 200-Tage-Durchschnitt von 197,79 Euro. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch vom 7. Juli fehlen noch 7,26 Prozent. Analysten bleiben laut den vorliegenden Einschätzungen mehrheitlich optimistisch gestimmt, das durchschnittliche Kursziel zog zuletzt mit der schärfer werdenden Guidance für 2027 an.

Bei Direktorenwahlen gilt ein einfaches Prinzip: Ein Kandidat braucht mehr Zustimmungs- als Ablehnungsstimmen. Verfehlt ein amtierender Kandidat diese Hürde, muss er dem Board umgehend seinen Rücktritt anbieten. Das Gremium hat dann bis zu 90 Tage Zeit für eine Entscheidung.

Der nächste Termin mit unmittelbarer Kursrelevanz kommt schneller als die Hauptversammlung. Take-Two meldet die Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 am 7. August vor Börsenöffnung. Der Bericht zeigt, wie sich das Geschäft in den drei Monaten bis Ende Juni entwickelt hat — noch vor dem eigentlichen GTA-VI-Härtetest im November.