Starkes Umsatzwachstum auf dem Papier, ein Gewinneinbruch in der Prognose — und mittendrin ein Blockbuster, der alles entscheiden könnte. Bei Take-Two Interactive laufen gerade mehrere Fäden zusammen, die den Kurs in den nächsten Monaten maßgeblich prägen dürften.
Zahlen mit Widerspruch
Am 14. Mai legt Take-Two seine Quartalszahlen vor. Die Erwartungen sind gespalten: Analysten rechnen mit einem Umsatzwachstum von rund 37 Prozent — getragen von einer dichten Veröffentlichungspipeline. Beim Gewinn je Aktie hingegen droht ein Rückgang von fast 47 Prozent. Das klingt widersprüchlich, ist es aber nicht. Das Unternehmen steckt mitten in einer teuren Investitionsphase, und die Kosten laufen dem Umsatz voraus.
Im letzten Quartal hatte Take-Two positiv überrascht. Die Nettobuchungen lagen bei 1,76 Milliarden Dollar — deutlich über der eigenen Prognose von 1,55 bis 1,60 Milliarden. Für das Gesamtjahr erwartet das Management nun 6,65 bis 7,00 Milliarden Dollar.
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Insider verkaufen, Plan ist Plan
Eine SEC-Meldung vom 15. April sorgte für Aufmerksamkeit. Direktorin Ellen F. Siminoff veräußerte indirekt 413 Aktien über zwei Familientrusts — zu je 207,66 Dollar. Die Transaktion lief über einen vorher festgelegten 10b5-1-Plan, der bereits im März 2025 aufgesetzt wurde. Solche Pläne schließen spontane Insiderentscheidungen aus.
Dennoch: In den vergangenen 90 Tagen summierten sich die Insiderverkäufe bei Take-Two auf über 13,5 Millionen Dollar netto. Käufe gab es keine — bei 26 erfassten Transaktionen. Das ist ein Muster, das Beobachter im Blick behalten.
GTA VI als Kurskatalysator
Der eigentliche Treiber bleibt Grand Theft Auto VI. Der Release ist für den 19. November 2026 auf PlayStation 5 und Xbox Series X/S geplant. Die Marketingkampagne soll im Sommer starten — und genau das könnte kurzfristig als Neubewertungssignal wirken. Ein überzeugender Kampagnenstart würde zeigen, dass der finale Entwicklungsabschnitt planmäßig läuft.
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Hinzu kommt das Potenzial von GTA Online in neuer Form. Über ein Jahrzehnt hat das Online-Universum rund 5 Milliarden Dollar eingespielt — fast ausschließlich durch In-Game-Käufe. Eine überarbeitete Version soll parallel zu GTA VI starten und diesen Einnahmestrom fortführen.
Bewertung bleibt ein Risikofaktor
Vor diesem Hintergrund lohnt ein Blick auf die Bewertung. Take-Two handelt beim 5,7-fachen Umsatz — weit über dem Branchendurchschnitt von 1,2x und auch über dem Peer-Schnitt von 4,2x. Der Kurs liegt aktuell bei 183 Euro, rund 15 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch und knapp 9 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von fast 15 Prozent.
Bis zum 14. Mai bleibt die Frage, ob die Quartalszahlen die Investitionsphase rechtfertigen — und ob der Sommer-Auftakt der GTA-VI-Kampagne die Stimmung dreht.
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