Take-Two-Chef Strauss Zelnick verkauft im großen Stil eigene Aktien. Gleichzeitig stockt die Munich Re ihre Beteiligung um mehr als das Doppelte auf. Zwischen diesen beiden Signalen bewegt sich derzeit die Aktie des Spieleentwicklers.
Die Take-Two-Aktie schloss am Freitag bei 213,00 Euro, ein Minus von 1,11 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 4,57 Prozent zu Buche. Der Blick auf den Monat zeigt trotzdem ein Plus von 16,78 Prozent — Grand Theft Auto VI treibt die Fantasie der Anleger an.
B. Riley sieht Rekordnachfrage
Die Investmentbank B. Riley hält an ihrer Prognose für das Geschäftsjahr 2027 fest. Sie erwartet 2,5 Milliarden Dollar an Netto-Buchungen allein aus dem Spielverkauf. Die Rechnung dahinter: 37 Millionen verkaufte Einheiten zu einem Durchschnittspreis von 68 Dollar über vier Monate.
Zum Vergleich: Der Vorgänger GTA V verkaufte sich nach seinem Start im September 2013 über acht Monate mehr als 33 Millionen Mal. GTA VI soll diese Marke in der Hälfte der Zeit übertreffen.
Bei den Vorbestellungen zeichnet sich ein klarer Trend ab. Käufer bevorzugen die PlayStation-5-Version gegenüber der Xbox-Variante im Verhältnis von etwa drei zu eins. Zudem verkauft sich die teurere Ultimate Edition für 99,99 Dollar besser als die Standardversion für 79,99 Dollar. B. Riley bestätigte sein Kaufrating mit einem Kursziel von 300 Dollar und bezeichnete die Nachfrage als „stark“.
Der eigentliche Wertreiber liegt jenseits des Starttermins
Eine Studie von MoffettNathanson lenkt den Blick auf ein anderes Thema. Die Analysten sehen den langfristigen Wert nicht im Erstverkauf, sondern in einer möglichen Weiterentwicklung: „GTA Online 2.0″. Diese neue Stufe der Online-Plattform würde den Besitz von GTA VI voraussetzen und parallel zur bestehenden Version laufen.
Das aktuelle GTA Online erzeugt bereits seit über zwölf Jahren wiederkehrende Umsätze. Genau dieses Live-Service-Modell gilt den Analysten als Hebel, um den Lebenszyklus der Franchise nochmals deutlich zu verlängern.
Zahlen-Countdown bis zum 7. August
Take-Two legt seine Quartalszahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 am 7. August vor. B. Riley erwartet, dass das Management dabei erstmals konkret zu den Vorbestellungen Stellung nimmt.
Die eigenen Schätzungen von B. Riley für dieses Quartal liegen bei einem bereinigten Gewinn je Aktie von 0,34 Dollar und Netto-Buchungen von 1,35 Milliarden Dollar. Das Management selbst hat eine Spanne von 0,25 bis 0,35 Dollar je Aktie sowie 1,32 bis 1,37 Milliarden Dollar bei den Buchungen als Ziel ausgegeben.
Insider verkaufen, Institutionelle kaufen
Innerhalb des Unternehmens zeigt sich ein gespaltenes Bild. In den vergangenen drei Monaten haben Führungskräfte und Vorstandsmitglieder Aktien im Wert von 135,4 Millionen Dollar verkauft. Allein in den letzten 30 Tagen waren es 108,19 Millionen Dollar.
CEO Strauss Zelnick selbst verkaufte am 1. Juni 208.969 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 227,34 Dollar. Institutionelle Investoren gehen den entgegengesetzten Weg: Die Munich Re erhöhte ihre Take-Two-Beteiligung im ersten Quartal 2026 um 111,5 Prozent.
Noch Luft zum Rekordhoch
Ihr 52-Wochen-Hoch von 231,40 Euro erreichte die Aktie am 7. Juli. Aktuell notiert sie 7,95 Prozent darunter, liegt aber immer noch 33,76 Prozent über dem Jahrestief von 159,24 Euro vom 13. Februar. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 200,66 Euro — die Aktie hält also ein Polster von 6,15 Prozent zu diesem kurzfristigen Trend.
Offizielle Vorbestellzahlen von Rockstar Games gibt es bislang nicht. Anleger stützen sich deshalb auf Tracking-Daten von Drittanbietern und Analystenkommentare, um die Nachfrage vor dem Launch am 19. November einzuschätzen. Der Zahlentermin am 7. August dürfte die erste Gelegenheit für das Management sein, direkt zu den Vorbestellungen Stellung zu beziehen — angesichts der bereits hohen Erwartungen am Markt ein Termin mit Potenzial für deutliche Kursbewegungen in beide Richtungen.
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