Grand Theft Auto VI kommt am 19. November 2026 — und die Vorbestellungen laufen heiß. Für Take-Two-Aktionäre ist das eine gute Nachricht. Die andere: Wer das Spiel kaufen will, braucht möglicherweise eine Konsole, die es nicht zu kaufen gibt.
Vorbestellungen mit klarer Schlagseite
Innerhalb von 24 Stunden nach dem Start der Vorbestellungen zeichnete sich eine auffällige Verschiebung ab. PS5-Vorbestellungen übertreffen Xbox-Versionen im Verhältnis 6 zu 1. Das ist mehr als doppelt so stark wie der reine Installationsbasis-Vorteil von Sony: 93,7 Millionen verkaufte PS5-Einheiten stehen rund 34,7 Millionen Xbox Series X/S gegenüber — ein Verhältnis von 2,7 zu 1.
Rockstar und Sony haben einen Marketingdeal geschlossen. Sony bewirbt GTA VI mit dem Slogan „Plays Best on PS5″ und verweist auf DualSense-Haptik und Tempest-3D-Audio. Das dürfte die Verschiebung verstärken.
Der Preis setzt ebenfalls einen neuen Maßstab: 79,99 Dollar je Exemplar — mehr als jeder große Titel zuvor.
Konsolen-Engpass als Risikofaktor
Starke Nachfrage trifft auf knappes Angebot. Große Händler warnen, dass Konsolenbestände im Weihnachtsgeschäft 2026 schwer zu bekommen sein werden. Ein RAM-Mangel und der erwartete Nachfrageschub durch GTA VI kommen zeitgleich zusammen.
Ein Einkäufer eines großen Einzelhändlers formulierte es direkt: „Wir wurden informiert, dass wir wegen anhaltender Probleme bei der Verfügbarkeit von Hardware-Komponenten nicht die Einheiten bekommen werden, die wir vor GTA wollen. Die Nachfrage wird das Angebot im Jahresendgeschäft wahrscheinlich übersteigen.“
Xbox-Strategiechef Matthew Ball bestätigte: Die Nachfrage nach Konsolen übersteige das Angebot. Sony-CEO Hiroki Totoki versicherte Investoren im Mai, die notwendigen Stückzahlen für 2026 seien gesichert.
Für Take-Two selbst ist der Engpass allerdings begrenzt relevant. Rockstar verkauft seine Spiele an Besitzer bereits vorhandener Konsolen. Ein Lieferengpass bei Hardware schadet Sony und Microsoft — nicht zwingend den Spieleverkäufen.
Wall Street bleibt überzeugt
30 von 32 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf. Bank of America Securities erhöhte das Kursziel von 320 auf 368 Dollar und hob die Prognose für GTA-Online-Buchungen im Geschäftsjahr 2028 um rund 900 Millionen auf 2,2 Milliarden Dollar an. BMO Capital bestätigte am 25. Juni sein „Outperform“-Rating und hob das Ziel leicht auf 285 Dollar an.
Die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres liefern den Rückenwind. Die Nettobuchungen stiegen um 19 Prozent auf 6,72 Milliarden Dollar. Wiederkehrende Umsätze machten 78 Prozent davon aus.
Der Konsens für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 — das den GTA-VI-Launch im November erfasst — liegt bei 3,28 Milliarden Dollar Umsatz. Das wäre ein Sprung von 86 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das EBITDA soll sich mehr als verdreifachen.
Die Aktie notiert aktuell bei 209,00 Euro und damit rund acht Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Zum 52-Wochen-Hoch fehlen noch gut sieben Prozent — Spielraum, den der November-Launch schließen könnte, wenn Rockstar liefert.
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