Take-Two Interactive steht vor einer entscheidenden Woche. Am Freitag legt der Spielehersteller Zahlen zum ersten Geschäftsquartal 2027 vor. Es ist der letzte große Termin, bevor der November-Start von Grand Theft Auto VI näher rückt.

Die Aktie schloss am Freitag bei 210,40 Euro, ein Minus von 1,96 Prozent zum Vortag. Zum 52-Wochen-Hoch von 231,40 Euro, erreicht am 7. Juli, fehlen damit gut 9 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein Plus von 7,80 Prozent zu Buche.

Zahlen vor Handelsbeginn

Take-Two berichtet diesmal ungewöhnlich früh: Die Ergebnisse zum Quartal bis 30. Juni 2026 kommen am Freitag, den 7. August, noch vor Handelsbeginn. In den Vorjahren veröffentlichte das Unternehmen stets nach Börsenschluss. Der Earnings Call mit CEO Strauss Zelnick startet um 8:00 Uhr Ostküstenzeit.

Der Vergleich zum Vorjahresquartal fällt schwach aus. Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 0,31 Dollar, ein Rückgang von 49,18 Prozent. Beim Umsatz rechnet der Konsens mit 1,35 Milliarden Dollar, minus 4,81 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Für das gesamte Geschäftsjahr sieht das Bild deutlich freundlicher aus. Die Zacks-Konsensschätzung liegt bei 6,77 Dollar Gewinn je Aktie und 8,51 Milliarden Dollar Umsatz. Das entspräche einem Plus von 65,12 Prozent beim Gewinn und 26,56 Prozent beim Umsatz im Jahresvergleich.

Die Analysten von Jefferies erwarten ein Quartal im Rahmen der Erwartungen. Wichtiger als die reinen Zahlen dürfte aber sein, was Zelnick zum Zeitplan und Umfang von GTA VI sagt. Besonders die Online-Komponente des Spiels bewegt die Anlegerstimmung inzwischen stärker als das laufende Geschäft.

Kursziele trotz Unsicherheit angehoben

Trotz der schwachen Quartalsprognose bleiben die meisten Analysten optimistisch. Mehrere Häuser haben ihre Kursziele zuletzt sogar angehoben:

  • Wells Fargo: Kursziel von 287 auf 289 Dollar, Einstufung „Overweight“ (7. Juli)
  • BMO Capital: Kursziel von 280 auf 285 Dollar, Einstufung „Outperform“ (25. Juni)
  • BTIG Research: Kursziel bestätigt bei 293 Dollar, Einstufung „Buy“ (2. Juli)
  • Bank of America: Kursziel von 320 auf 368 Dollar angehoben, Einstufung „Buy“ (23. Juni)
  • Piper Sandler: Einstufung „Overweight“ bestätigt (16. Juni)

Am Optionsmarkt zeigt sich derweil Nervosität. In den letzten Julitagen registrierten Händler ein überdurchschnittliches Put-Volumen. Das deutet darauf hin, dass sich Teile des Marktes gegen stärkere Kursausschläge rund um die Zahlen absichern.

Sony hängt am selben Haken

Die Erwartung an GTA VI reicht weit über Take-Two hinaus. Ein Reuters-Bericht vom 29. Juli beschreibt Sony als einen der größten Profiteure des Launches. Der PlayStation-Hersteller kämpft gerade mit steigenden Preisen für Speicherchips, während er zugleich auf den verschobenen Starttermin am 19. November setzt.

Analysten erwarten laut dem Bericht, dass GTA VI den Rückgang der PS5-Hardware-Verkäufe in diesem Jahr abbremst und die Software-Umsätze stützt. Das zeigt, wie zentral der Titel für den gesamten Konsolenzyklus geworden ist – und wie sehr Take-Tox eigener Erfolg an fremder Hardware hängt.

Charttechnik vor dem Termin

Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 204,48 Euro. Die Aktie notiert damit knapp 2,9 Prozent darüber, während der 200-Tage-Durchschnitt bei 197,60 Euro deutlich darunter bleibt. Der übergeordnete Aufwärtstrend aus dem Frühjahr ist damit technisch intakt.

Der RSI von 50,3 zeigt weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation. Das lässt Raum für eine kräftige Bewegung, sobald am Freitagmorgen die Zahlen und vor allem Zelnicks Kommentare zu GTA VI vorliegen.