Take-Two Interactive hat die Bücher zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorgelegt und dabei die eigene Zielspanne leicht übertroffen. Im Mittelpunkt der Bilanz steht der nahende Start von Grand Theft Auto VI, dessen Vorbestellungen nach Angaben des Konzerns bislang alle Erwartungen sprengen.

Zahlen zum ersten Quartal

Im Quartal bis zum 30. Juni erzielte der Konzern Net Bookings von 1,39 Milliarden Dollar, leicht über der eigenen Prognose. Der GAAP-Umsatz erreichte 1,53 Milliarden Dollar.

Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 34,1 Millionen Dollar, mehr als der Vorjahresverlust von 11,9 Millionen Dollar. Grund war unter anderem eine Abschreibung von 43,4 Millionen Dollar auf ein eingestelltes, unangekündigtes Spiel.

Das bereinigte Ergebnis je Aktie sank um 42 Prozent auf 0,35 Dollar. Wiederkehrende Ausgaben der Spieler machten 84 Prozent der Net Bookings aus – ein Beleg für die Stabilität des Bestandsgeschäfts jenseits neuer Titel.

NBA 2K26 verkaufte sich mehr als 12 Millionen Mal, ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Mobile-Sparte trug rund die Hälfte zum Umsatz bei, etwas weniger als im Vorjahr.

Für das laufende Geschäftsjahr hält Take-Two an seiner Prognose fest: Net Bookings von 8,0 bis 8,2 Milliarden Dollar, Umsatz von 7,9 bis 8,1 Milliarden Dollar und ein Nettoergebnis zwischen 104 und 143 Millionen Dollar.

GTA VI: Vorbestellungen laut Zelnick „beispiellos“

Der Starttermin steht fest: der 19. November, zunächst für PlayStation 5 und Xbox Series X|S. CEO Strauss Zelnick bezeichnete die Vorbestellungen in den ersten fünf Tagen nach Öffnung als „beispiellos und erstaunlich“. Käufer zahlen 79,99 Dollar für die Standard- und 99,99 Dollar für die Ultimate-Edition.

Am 27. August um 15 Uhr Ostküstenzeit zeigt Netflix einen „Extended Look“ auf das Spiel, der anschließend auch auf YouTube verfügbar sein soll. Zelnick verwies zudem auf die Vorgänger als Maßstab: Grand Theft Auto V verkaufte sich bislang 230 Millionen Mal, Red Dead Redemption 2 kam auf 87 Millionen Einheiten. Insgesamt arbeitet Take-Two nach eigenen Angaben an 29 Spielen, darunter NBA 2K27, Judas und ETHOS.

Zelnick setzt auf Digitalvertrieb und grenzt sich bei KI ab

Auf der Ergebniskonferenz am Freitag erläuterte Zelnick auch strategische Weichenstellungen. Physische Discs „ergeben für große Spiele keinen Sinn“ mehr, sagte er und stellte sich damit hinter Sonys digital-first-Strategie, die die Disc-Produktion bis 2028 auslaufen lässt. GTA VI erscheint deshalb ausschließlich mit Download-Code, physische Editionen blieben künftig ein Nischenprodukt wie Vinyl-Schallplatten.

Zelnick rechnet zudem damit, dass die Spielebranche innerhalb von drei Jahren in einen „kommerziellen Streaming-Modus“ übergeht. Cloud-Gaming könnte die Nutzerbasis nach seiner Einschätzung deutlich vergrößern, auch wenn die aktuelle Hardware-Krise dafür „nicht gut“ sei. Beim Thema künstliche Intelligenz positionierte sich der CEO bewusst anders als Teile der Konkurrenz: KI-Werkzeuge sollen die rund 13.000 Beschäftigten unterstützen, nicht ersetzen, betonte er – die Kreativität der Entwickler lasse sich damit nicht ersetzen.

Anleger reagieren mit deutlichem Kursplus

Die Aktie reagierte auf die Zahlen und den bestätigten GTA-VI-Fahrplan mit einem kräftigen Sprung: Zum Handelsende am Freitag stand ein Kursplus von 6,97 Prozent auf 213,20 Euro zu Buche. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch fehlen dem Titel damit noch rund 7,9 Prozent.

Der bereits angekündigte Netflix-Auftritt Ende des Monats dürfte die Erwartungen vor dem Launch im November weiter schärfen.