Ein Minus von rund 21 Prozent im Xetra-Handel: TeamViewer hat die Umsatzprognose für 2026 gestutzt, und der Markt reagiert mit deutlichen Abgaben. Die Aktie fällt zwischenzeitlich auf 5,72 Euro. Auslöser sind verzögerte Großabschlüsse und eine schwächere Konjunktur in Europa.
Prognose rutscht ins Minus
Der Fernwartungsspezialist aus Göppingen rechnet nun mit einem währungsbereinigten Umsatzrückgang von ein bis zwei Prozent gegenüber dem Pro-Forma-Wert des Vorjahres. Bisher hatte das Management mindestens das Vorjahresniveau angepeilt, im besten Fall ein Plus von drei Prozent. Aus der Wachstumsstory wird damit eine Schrumpfungsprognose.
Als Gründe nennt das Unternehmen Verzögerungen bei großen Deals in der Enterprise-Sparte. Hinzu kommen erneute wirtschaftliche Unsicherheiten in Europa. Die Aussichten für das vierte Quartal, in der Softwarebranche traditionell das wichtigste, bezeichnet TeamViewer als gedämpft.
Quartalszahlen bestätigen den Trend
Der Umsatz im dritten Quartal sank um 3,9 Prozent auf 184,5 Millionen Euro, währungsbereinigt um 2,2 Prozent. Der annualisierte wiederkehrende Umsatz (ARR) ging um 2,6 Prozent zurück. Ohne Währungseffekte fiel das Minus mit 0,6 Prozent milder aus.
Auch die Profitabilität gab nach. Die bereinigte operative Marge lag bei 42,8 Prozent, fast drei Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Für das Gesamtjahr hält Konzernchef Oliver Steil dennoch an rund 43 Prozent fest.
Unter dem Strich legte der Gewinn um gut ein Viertel auf 36 Millionen Euro zu. Dieser Anstieg dürfte den Markt kaum beruhigen, weil das Geschäft operativ an Schwung verliert.
Was nun zählt
Die Anleger bewerten vor allem den Ausblick. Entscheidend ist, ob die verschobenen Enterprise-Abschlüsse im vierten Quartal noch unterschrieben werden. Gelingt das nicht, drohen sie das Umsatzziel von minus ein bis minus zwei Prozent zusätzlich zu belasten. Dann könnte auch die Margenzusage von 43 Prozent unter Druck geraten, denn das dritte Quartal lag bereits knapp darunter.
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