Zwei Ereignisse innerhalb einer Woche setzen TeamViewer unter erheblichen Druck: Am Mittwoch erscheint der vollständige Jahresbericht 2025, am 23. März folgt der offizielle Abstieg aus dem MDAX. Die Aktie notiert rund 64 Prozent unter ihrem Jahreshoch — und institutionelle Leerverkäufer erhöhen ihre Wetten gegen das Unternehmen.

Jahresbericht trifft auf schwachen Ausblick

Das Geschäftsjahr 2025 verlief auf den ersten Blick solide: Der währungsbereinigte Umsatz wuchs um fünf Prozent auf 767,5 Millionen Euro, die EBITDA-Marge lag bei 44,3 Prozent. Für 2026 erwartet das Management jedoch nur noch null bis drei Prozent Wachstum — bei schrumpfenden Margen und einem negativen Währungseffekt von knapp drei Prozentpunkten.

Besonders das Kleinkundengeschäft bereitet Sorgen. Die Abwanderungsrate im SMB-Segment sprang im vierten Quartal auf 16,4 Prozent. Investoren werden den Jahresbericht daher vor allem daraufhin prüfen, ob die strategische Neuausrichtung auf Unternehmenskunden diesen Schwund bereits spürbar kompensiert.

MDAX-Abstieg erzeugt technischen Verkaufsdruck

Der Indexwechsel am 23. März ist mehr als ein symbolischer Rückschritt. MDAX-abbildende Fonds müssen ihre Positionen auflösen, während SDAX-Tracker die Aktie erst zeitverzögert aufnehmen. Dieses Timing-Missverhältnis dürfte kurzfristig zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen — bei einer Aktie, die ohnehin bereits deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 7,15 Euro notiert.

Parallel dazu bauen institutionelle Leerverkäufer ihre Positionen aus. AQR Capital Management erhöhte seine Netto-Short-Position zuletzt auf 4,53 Prozent, auch Marshall Wace und GSA Capital Partners verstärkten ihre Short-Engagements.

Enterprise-Wachstum als Gegenargument

TeamViewer setzt dem Gegenwind eine klare Strategie entgegen. Das Enterprise-Segment wächst mit 19 Prozent deutlich schneller als das Massengeschäft. Anfang März präsentierte das Unternehmen erweiterte Integrationsfunktionen zwischen seiner Plattform Tensor und Microsoft Intune — inklusive automatisierter Gerätesynchronisierung und unbeaufsichtigtem Fernzugriff für Windows, macOS und Android. Gemeinsam mit Cybus wurde zudem eine Augmented-Reality-Lösung für Montageprozesse vorgestellt, die pünktlich zur Hannover Messe 2026 Aufmerksamkeit erzeugen soll.

Die entscheidende Frage ist, ob das Enterprise-Wachstum schnell genug skaliert, um den strukturellen Kundenschwund im SMB-Bereich aufzufangen. Der Jahresbericht am Mittwoch liefert dafür die erste belastbare Grundlage — die Q1-Zahlen am 6. Mai werden zeigen, ob der Trend anhält.