Kanadas Telekom-Riese Telus legt sich mit der Aufsichtsbehörde an. Seit einer Woche gilt ein Verbot für versteckte Gebühren. Telus ignoriert die Vorgabe teilweise. Die Folge: Die Regulierer drohen nun mit rechtlichen Konsequenzen. Das belastet die ohnehin schwächelnde Aktie zusätzlich.
Streit um Aktivierungsgebühren
Mitte Juni trat eine neue Branchenregel in Kraft. Die kanadische Aufsichtsbehörde CRTC verbietet sogenannte „Junk Fees“. Damit will sie die Kosten für Verbraucher senken. Telus verlangt für bestimmte Dienste aber weiterhin 15 Kanadische Dollar (CAD). Die Konkurrenten Bell und Rogers berechnen sogar bis zu 40 CAD für ähnliche Einrichtungen.
Die Konzerne berufen sich auf eine Ausnahme für optionale Dienste. Verbraucherschützer sehen darin jedoch eine klare Verletzung der neuen Regeln. Die Behörde fordert die sofortige Abschaffung der Gebühren.
Dividende deckt sich aus dem Cashflow
Abseits des Regulierungsstreits kämpft das Management mit operativen Hürden. Zum Jahresauftakt fiel der bereinigte Gewinn je Aktie um zwölf Prozent auf 0,23 CAD. Um Schulden abzubauen, pausiert das Unternehmen sein Dividendenwachstum bereits seit vergangenem Dezember.
Aktionäre erhalten aktuell 0,42 CAD pro Quartal. Das Management rechnet für das Gesamtjahr mit einem freien Cashflow von rund 2,5 Milliarden CAD. Die aktuelle Ausschüttung verbraucht etwa 75 Prozent dieses erwarteten Betrags.
KI-Ausbau gegen den Abwärtstrend
Die Aktie schloss am Donnerstag bei 16,23 CAD und notiert damit direkt am 52-Wochen-Tief. Technische Indikatoren wie der RSI signalisieren mittlerweile einen stark überverkauften Zustand. Seit Jahresbeginn verlor der Titel knapp zehn Prozent an Wert.
Das Management steuert mit neuen Technologien gegen. Die Sparte Telus Digital steigerte ihre KI-Umsätze zuletzt um 22 Prozent. Parallel dazu testet der Konzern eine spezielle Netzwerkarchitektur für Künstliche Intelligenz. Die sogenannte Arrcus Inference Network Fabric soll künftig KI-Rechenzentren direkt in die Infrastruktur einbinden.
Telus steht nun unter Zugzwang. Die Aufsichtsbehörde verlangt eine schnelle Lösung im Gebührenstreit. Gibt das Unternehmen hier nach, fehlen kurzfristig Einnahmen. Hält das Management an den Gebühren fest, drohen empfindliche Strafen durch die CRTC.
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