Temenos wächst langsamer, als es verdient: Im dritten Quartal legte der Umsatz um 13 Prozent zu, das bereinigte Ergebnis je Aktie sprang dagegen um 32 Prozent nach oben. Die Erklärung liefert das Management selbst. Künstliche Intelligenz und Automatisierung drücken die Kosten.
Der Hebel liegt bei den Kosten
Der Umsatz erreichte rund 293 Millionen Dollar. Die Lizenz- und Abo-Erlöse (Subscription und SaaS) wuchsen um 22 Prozent auf 122 Millionen Dollar. Ein großer Abschluss in Afrika rutschte ins vierte Quartal und bremste diesen Bereich. Ohne die Kündigung eines BNPL-Kunden im Jahr 2025 hätte das Plus nach Unternehmensangaben bei etwa 30 Prozent gelegen.
Die Betriebskosten stiegen nur um 7 Prozent. Das bereinigte EBIT legte um 26 Prozent auf 109 Millionen Dollar zu, die Marge kletterte auf 37,3 Prozent nach 32,7 Prozent im Vorjahr. Von den 12 Millionen Dollar zusätzlichem EBIT führt das Management rund 8 bis 9 Millionen auf KI- und Automatisierungseffekte zurück.
Der Free Cashflow wuchs um 24 Prozent auf 36 Millionen Dollar. Der wiederkehrende Jahresumsatz (ARR) stieg auf 904 Millionen Dollar.
Prognose nach oben geschraubt
Der Konzern hebt sein Gewinnziel für 2026 an. Das bereinigte EBIT soll nun währungsbereinigt um rund 12 Prozent wachsen, zuvor waren es etwa 9 Prozent. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie peilt Temenos jetzt rund 10 statt 7 Prozent an.
Die Ziele für ARR, Abo-Umsatz und Free Cashflow bleiben unverändert. Ebenso bestätigt wurden die Ziele für 2028, darunter ein ARR von über 1,23 Milliarden Dollar.
Aktualisierte Werte inklusive der zugekauften Vermögensverwaltungs-Technologie additiv will das Unternehmen mit den Zahlen zum vierten Quartal vorlegen. Die Integration läuft: Erste Kostensynergien sind umgesetzt, zum Ergebnis 2026 soll additiv neutral beitragen, größere Effekte erwartet das Management für 2027.
Große Deals und Aktienrückkauf
Kommerziell punktete Temenos mit Vancity, Kanadas größter Genossenschaftsbank, die auf die SaaS-Lösung für ihr Kernbankgeschäft setzt. Hinzu kommt die Ausweitung einer Partnerschaft mit einer globalen US-Großbank im internationalen Private Banking.
Die Verschuldung lag nach der Übernahme bei dem 1,6-Fachen des operativen Ergebnisses. Bis Jahresende soll sie in den Zielkorridor von 1,0 bis 1,5 zurückkehren. Parallel läuft seit August ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 100 Millionen Franken, das bis Februar 2027 befristet ist.
CEO Takis Spiliopoulos spricht von guter Sichtbarkeit und einer starken Deal-Pipeline für das vierte Quartal. Dass der Abschluss in Afrika bereits zu Beginn des Quartals unterschrieben wurde, stützt diese Einschätzung. Mit den Zahlen zum vierten Quartal dürfte sich zeigen, wie viel additiv zu den 2028er-Zielen beiträgt.
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