Die Aktie rutscht, doch die Optionshändler setzen auf Erholung. Am Donnerstag fiel Terawulf zeitweise um 7,15 Prozent auf 13,37 Dollar, während das Volumen an Kaufoptionen auf 325.187 Kontrakte schnellte. Das ist der höchste Wert seit Oktober 2025.

Vier Calls auf einen Put

Verkaufsoptionen kamen nur auf rund 80.600 Kontrakte. Calls übertrafen Puts damit etwa im Verhältnis 4 zu 1. Starke Käufe in einen fallenden Kurs deuten darauf hin, dass Händler die Schwäche nutzen oder sich absichern, statt zu fliehen.

Auffällig sind die langlaufenden Wetten. Je 50.000 Calls mit Strike 23 Dollar (Januar 2027) und 40.000 Calls mit Strike 24 Dollar (Dezember 2026) wechselten den Besitzer.

Der Kurs müsste dafür um 70 bis 80 Prozent steigen. Der 23-Dollar-Handel liegt beim Doppelten des bisherigen Open Interest, was auf frische Positionierung hindeutet.

Kurzfristig gab es ebenfalls Aktivität. Der Call mit Strike 13,50 Dollar und Verfall am 16. Oktober kam auf knapp 11.000 Kontrakte, bei nur 154 offenen Positionen zuvor. Das liest sich wie eine Wette auf einen schnellen Rebound.

Auf der Gegenseite sicherten sich Marktteilnehmer ab. Ein Put-Spread auf 12 und 11 Dollar mit Verfall am 20. November kam auf gut 20.000 Kontrakte. Die Zone liegt nahe dem Jahrestief von 10,47 Dollar.

Eine Einschränkung gilt: Ob gekauft oder verkauft wurde, ist offen. Mancher Block könnte Teil eines Spreads sein oder von Aktionären stammen, die Calls gegen ihre Bestände verkaufen.

Volatilität steigt, Nachrichtenlage ist gut

Die implizite Volatilität über drei Monate legte auf knapp 82 Prozent zu, Optionen werden also teurer. Der Skew sank leicht auf nahezu flach. Puts verlangen damit kaum Aufschlag gegenüber Calls, was zur Call-Nachfrage passt.

Fundamental gab es zuletzt eher Rückenwind. Am 5. Oktober verdoppelte Terawulf die vertraglich gesicherte Leistung am Standort Muskie in Kentucky auf 1 Gigawatt und zog die zweite Ausbauphase auf 2029 vor. Hinzu kommt der Mietvertrag mit Anthropic am Standort Justified über rund 401 Megawatt und ein Volumen von etwa 19 Milliarden Dollar.

Die Analysten sind uneins: Jones sieht das Kursziel bei 30 Dollar, Rothschild & Co Redburn bei 15 Dollar. Für den heutigen Rücksetzer gibt es keinen erkennbaren Auslöser. Mit einem Minus von gut 41 Prozent in drei Monaten wirkt die Schwäche eher wie Stimmung oder Sektordruck als wie ein Bruch der Geschichte.

Marktbeobachter dürften auf die Marke von 10,47 Dollar achten. Hält sie, behalten die Optimisten mit ihren Dezember- und Januar-Calls Argumente. Fällt sie, rückt die abgesicherte Zone zwischen 11 und 13 Dollar in den Blick.