Der Elektroautopionier bekommt Gegenwind von einer neuen Stimme an der Wall Street. Citizens stufte die Aktie am Donnerstag mit „Market Perform“ ein – lieferte aber kein Kursziel. Analyst Andrew Boone zweifelt an den optimistischen Zeitplänen für Teslas vielgepriesene KI-Zukunft, insbesondere beim humanoiden Roboter Optimus und dem globalen Robotaxi-Rollout.
Der Kurs reagierte verhalten. Das Papier legte am Donnerstag um 0,90 Prozent auf 349,10 Euro zu. Gemessen am Jahreshoch von 424,10 Euro aus dem Dezember 2025 notiert die Aktie rund 18 Prozent tiefer. Seit Januar summiert sich ein Minus von 6,63 Prozent.
Citizens sieht zu viel Optimismus im Kurs
Boones Skepsis ist nicht diffus. Seine Umsatzschätzungen für die Geschäftsjahre 2027 und 2028 liegen vier beziehungsweise zwölf Prozent unter dem Marktkonsens. Die Hürden seien konkret: Die Komplexität der Optimus-Produktion und Sicherheitsbedenken zum kamera-basierten Autopiloten. Das langfristige Potenzial der sogenannten Physical AI bezeichnet der Analyst zwar als „immens“, die aktuellen Bewertungen aber als überzogen.
Interne KI-Kostenbremse
Gleichzeitig zeigt Tesla intern die Kostenkarte. Seit Juli gilt eine wöchentliche Ausgabenobergrenze für Drittanbieter-KI-Tools wie ChatGPT und Claude: 200 Dollar pro Mitarbeiter. Der Grund: Einige Ingenieure verbrauchten über Teslas eigene „Bottle Rocket“-Plattform wöchentlich Token im Wert von mehreren tausend Dollar. Die hauseigenen xAI-Produkte sind von der Regel ausgenommen.
Die Ausgabenbremse fällt in eine Phase massiver Investitionen. Tesla hat seine Investitionsprognose für 2026 auf über 25 Milliarden Dollar angehoben.
Lieferzahlen geben Rückenwind
Trotz der Analysten-Skepsis steht das zweite Halbjahr auf solidem Fundament. Im zweiten Quartal lieferte Tesla 480.126 Fahrzeuge aus – deutlich über den erwarteten 406.000. Die Energiesparte legte parallel zu: 13,5 GWh Speicherkapazität gingen an Kunden, neue Megapack-Aufträge im Wert von über neun Milliarden Dollar kamen hinzu.
Eine Partnerschaft mit NatPower sieht den Bau von mehr als 25 GWh Speicherkapazität in Großbritannien und Italien vor – ein weiterer Beleg für das Tempo im Energiesegment.
Der Fokus verschiebt sich nun auf den Quartalsbericht im Juli. Neben den Margen im Autogeschäft dürfte eine Frage dominieren: Wann startet die Produktion des „Optimus 3“ – und läuft sie wie geplant im Sommer 2026 an?
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