Für Tesla bricht eine entscheidende Phase an. Anfang Juli meldet der Konzern seine Auslieferungszahlen für das zweite Quartal. Parallel dazu rücken der neue Roadster und der Roboter Optimus in den Fokus. Die Börse verlangt nun klare Signale.

Die Wahrheit der Zahlen

Die britische Bank Barclays rechnet mit rund 418.000 ausgelieferten Fahrzeugen. Das übertrifft den Marktkonsens spürbar. Ein Treiber dafür ist der starke chinesische Markt. Dort erreichte der Marktanteil von Elektroautos im Mai einen neuen Rekordwert.

Andere Experten bleiben skeptisch. GLJ Research erwartet zwar ein sequenzielles Wachstum von 19 Prozent. Die Analysten werten dies aber lediglich als Abbau von Lagerbeständen. Kurz gesagt: ein Strohfeuer. Im ersten Quartal hatte Tesla mit rund 358.000 Fahrzeugen die Erwartungen deutlich verfehlt.

Die Meinungen an der Wall Street gehen weit auseinander. JPMorgan sorgte kürzlich für Aufsehen. Die Bank hob das Kursziel massiv auf 475 US-Dollar an. Die Analysten bewerten Tesla zunehmend als Unternehmen für autonomes Fahren. Sie prognostizieren einen Umsatzsprung auf 203 Milliarden US-Dollar bis 2030.

An der Börse zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Tesla-Aktie schloss am Freitag bei 351,00 Euro. Damit verzeichnet das Papier ein Wochenplus von knapp vier Prozent. Seit Jahresbeginn steht jedoch ein Minus von rund sechs Prozent auf der Anzeigetafel. Der Kurs notiert aktuell knapp unter der 200-Tage-Linie.

Neue Produkte im Zeitplan

Neben den reinen Autoverkäufen blicken Investoren auf die Produktpipeline. Chefdesigner Franz von Holzhausen stellte kürzlich die Präsentation des neuen Roadsters in Aussicht. Das Event soll in wenigen Wochen stattfinden. Kunden warten seit 2017 auf den Sportwagen. Sie mussten damals Anzahlungen von bis zu 50.000 US-Dollar leisten.

Zeitgleich treibt Tesla sein Roboter-Programm voran. Der Konzern baut die Fabrik in Fremont um. Die Produktion der Modelle S und X weicht der Fertigung des humanoiden Roboters Optimus. Eine Kleinserie ist für 2026 geplant. Der Hochlauf soll ein Jahr später folgen. Ende Juli könnte Elon Musk die dritte Generation vorstellen.

Die kommenden Wochen entscheiden über die Stimmung im zweiten Halbjahr. Die Auslieferungszahlen im Juli liefern den ersten harten Faktencheck. Überzeugen diese Daten, könnte die Aktie den Widerstand an der 200-Tage-Linie durchbrechen. Enttäuscht Tesla, rückt das bisherige Jahrestief schnell wieder in den Fokus.