Tesla erhöht erstmals seit Monaten die Grundgebühr seines Robotaxi-Dienstes in Austin – von 1 auf 3,25 Dollar. Das Timing ist brisant: Nur einen Tag später muss der Konzern der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA kritische Daten zu seinem umstrittenen Full-Self-Driving-System vorlegen. Die Antwort der Behörde könnte darüber entscheiden, wie schnell Tesla seine fahrerlosen Ambitionen in ganz Nordamerika ausrollen darf.
Preisanpassung mit Kalkül
Seit über einem halben Jahr hatte Tesla am Preis seines Austin-Robotaxi-Dienstes nicht mehr geschraubt. Nun steigt die Grundgebühr um mehr als das Dreifache, während der Kilometerpreis bei 1 Dollar bleibt. Vor allem Kurzstrecken werden dadurch deutlich teurer – ein Signal, das auf zwei Probleme hinweist: Der Dienst soll profitabler werden, und Tesla will offenbar Nutzer von sehr kurzen Fahrten abhalten. Die Wartezeiten liegen in Austin bereits bei 10 bis 15 Minuten, weil keine neuen Fahrzeuge in die Flotte aufgenommen werden.
Seit dem Start im Juni 2025 experimentiert Tesla mit verschiedenen Preismodellen. Zunächst verlangte das Unternehmen eine Pauschalgebühr von 4,20 Dollar, später 6,90 Dollar, bevor im Juli 2025 auf distanzbasierte Preise umgestellt wurde. Die aktuelle Erhöhung deutet darauf hin, dass Tesla nach einer tragfähigen Kostenstruktur sucht – während gleichzeitig Expansionspläne für Phoenix, Miami und Las Vegas stocken.
9. März: Die NHTSA wartet auf Antworten
Weit schwerer als die Preiserhöhung wiegt jedoch der 9. März. An diesem Tag endet die Frist für Tesla, der NHTSA umfassende Daten zu seinem FSD-System vorzulegen – inklusive Videoaufnahmen, Event-Data-Recorder- und CAN-Bus-Dateien. Bereits zweimal hatte Tesla eine Verlängerung erhalten, nachdem die ursprüngliche Deadline Mitte Januar verstrichen war.
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Die Behörde untersucht seit Oktober 2025 insgesamt 80 Vorfälle, bei denen Fahrzeuge mit aktiviertem FSD rote Ampeln überfahren oder auf die Gegenfahrbahn geraten sein sollen. Betroffen sind rund 2,88 Millionen Fahrzeuge über mehrere FSD-Versionen hinweg. Hinzu kommen 14 Crashs mit Robotaxis seit Juni 2025 – wobei die Unfallrate zuletzt gesunken ist: Die ersten sieben Vorfälle passierten auf 250.000 Meilen, die nächsten sieben erst nach 550.000 Meilen.
Ob diese Zahlen die NHTSA überzeugen, ist offen. Eine belastende Einschätzung der Behörde könnte die Ausrollung des Robotaxi-Dienstes erheblich verzögern. Eine positive Bewertung würde Tesla hingegen Rückenwind für seine Autonomie-Strategie geben.
Analystenskepsis und sinkende Margen
Die Unsicherheit spiegelt sich an der Börse wider. Optionshändler setzen verstärkt auf fallende Kurse, während die Aktie um 390 Dollar schwankt. Barclays stuft Tesla mit „Neutral“ ein, BNP Paribas sieht die Aktie bei 280 Dollar fair bewertet, Phillip Securities bei 215 Dollar und JPMorgan sogar nur bei 145 Dollar.
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Die operative Entwicklung gibt wenig Anlass für Optimismus: Der operative Gewinn fiel im jüngsten Quartal auf 1,41 Milliarden Dollar – der sechste Rückgang in den letzten acht Quartalen. Der Umsatz im Automobilgeschäft sank um 10 Prozent auf 17,69 Milliarden Dollar, der Konzernumsatz um 3 Prozent auf 24,90 Milliarden Dollar. Die Bruttomarge liegt bei nur noch 18 Prozent.
Gleichzeitig mehren sich Anzeichen, dass Teslas Markenimage leidet. Zulassungsdaten aus den USA und Europa zeigen rückläufige Trends – einige Analysten führen das auf Elon Musks polarisierende öffentliche Auftritte zurück.
Strategische Weichenstellung
Tesla verlagert derweil Ressourcen: Das Werk in Fremont produziert keine Fahrzeuge mehr, sondern den humanoiden Roboter Optimus. Die Serienproduktion des Cybercab soll im April 2026 starten. Zudem wächst das Energiegeschäft: Die Margen stiegen Ende 2025 auf 30 Prozent, die Houston-Megafactory soll die Speicherkapazität bis Ende 2026 verdoppeln.
Doch all diese Projekte stehen im Schatten der NHTSA-Entscheidung. Die Datenvorlage am 9. März wird zeigen, ob die Aufsichtsbehörde Teslas Autonomie-Vision für reif genug hält – oder ob regulatorische Hürden die Expansionspläne abbremsen. Die nächsten Quartalszahlen am 20. April dürften dann offenlegen, wie sehr die Unsicherheit das Geschäft belastet.
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