Tesla will sein Werk in Grünheide deutlich hochfahren – trotz sinkender Umsatzerlöse im vergangenen Jahr. Der Geschäftsbericht der deutschen Tochtergesellschaft für 2025 zeigt ein zwiespältiges Bild: mehr Gewinn, weniger Umsatz, aber klare Ausbaupläne für die Zukunft.

Mehr Gewinn trotz sinkendem Umsatz

Die Tesla Manufacturing Brandenburg SE schloss 2025 mit einem Jahresüberschuss von 77,1 Millionen Euro ab – ein Plus von rund 20 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Die Umsatzerlöse sanken dagegen von 7,7 auf 7,1 Milliarden Euro, vor allem wegen gesunkener Produktionskosten. In Grünheide liefen 202.000 Fahrzeuge vom Band, 9.000 weniger als 2024 – die Modellumstellung beim Model Y schlug hier durch. Die Kapazitätsauslastung lag bei 54 Prozent, leicht unter dem Vorjahreswert von 56 Prozent.

Für 2026 rechnet das Unternehmen mit einer deutlich steigenden Produktionsmenge. Das Ziel: bis zu 7.500 Fahrzeuge pro Woche, umgerechnet 375.000 im Jahr. Dafür sollen 3.500 neue Arbeitsplätze entstehen, zusätzlich zu den bereits rund 11.000 Beschäftigten am Standort. Tesla will zudem die Batteriezellfertigung ausbauen und die komplette Wertschöpfungskette vom Zellwerk bis zum fertigen Auto in Brandenburg bündeln – nach eigenen Angaben ein in Europa einzigartiges Konzept.

Ganz ohne Risiken sieht Tesla die Pläne allerdings nicht. Eskalierende geopolitische Spannungen und mögliche Lieferkettenprobleme könnten die Prognose durchkreuzen, heißt es im Bericht. Die vollständige Batterieproduktion in Europa bleibe zudem an wirtschaftliche Rahmenbedingungen gekoppelt, da die Zellfertigung hierzulande im Vergleich zu den USA und China unter schwierigeren Bedingungen leide.

Fusionsfantasie treibt Kursziele

Parallel zur Werksdebatte sorgt an der Wall Street eine ganz andere Spekulation für Bewegung: eine mögliche Fusion von Tesla mit SpaceX. Nachdem Elon Musks Raumfahrtunternehmen erst kürzlich mit dem KI-Konzern xAI verschmolzen ist, fragen sich Analysten, ob Tesla der nächste Baustein im Musk-Firmengeflecht werden könnte. RBC-Analyst Tom Narayan hob sein Kursziel für Tesla auf dieser Basis von 475 auf 500 US-Dollar an und begründete den Schritt explizit mit dem Übernahme-Szenario durch SpaceX, das einen Bewertungsaufschlag rechtfertige.

JPMorgan-Analyst Doug Anmuth hält eine Fusion ebenfalls für plausibel, rechnet aber nicht kurzfristig damit. Die Wahrscheinlichkeit steige in den nächsten ein bis zwei Jahren, die Umsetzung dürfte sich jedoch wegen regulatorischer Komplexität und der engen Geschäftsbeziehungen Teslas zu China verzögern. Beide Konzerne arbeiten schon heute an gemeinsamen Projekten wie einer Terawatt-Chipfabrik – ein Baustein, den Narayan als Indiz für eine engere Verzahnung wertet.

Am 22. Juli legt Tesla die Zahlen zum zweiten Quartal vor. Analysten erwarten davon weitere Hinweise darauf, wie belastbar das operative Geschäft aktuell wirklich ist – und ob sich daraus neue Argumente für oder gegen die Fusionsspekulation ergeben.