Elon Musk hat die Fusionsspekulationen um Tesla und SpaceX erstmals offiziell bestätigt. Beide Unternehmen haben auf Wunsch von Aktionären Sonderausschüsse gebildet, die einen Zusammenschluss prüfen. Heute Abend legt Tesla zudem Quartalszahlen vor.
Gute Idee, aber keine Gewissheit
Musk äußerte sich in der Videokonferenz zu den SpaceX-Zahlen. Er persönlich halte eine Fusion für sinnvoll. Es wäre jedoch „übertrieben“ zu sagen, dass sie sicher komme. Die Ausschüsse hätten sich bislang nicht auf Bedingungen geeinigt. Musk selbst sitzt wegen möglicher Interessenkonflikte in keinem der Gremien.
Für den Schritt bräuchte es die Zustimmung von mindestens 50 Prozent aller Tesla-Aktionäre. Die Anteilseigner würden also abstimmen.
Die Dimension ist enorm. SpaceX bringt es an der Börse auf mehr als 1,9 Billionen Dollar, Tesla auf rund 1,48 Billionen Dollar. Es wäre die bisher gewichtigste Fusion zweier Firmen.
Was Musk davon hätte
Bei SpaceX hat Musk dank Aktien mit mehr Stimmrechten schon die volle Kontrolle. Bei Tesla fehlt sie ihm. Seit Jahren will er seine Position mit einer höheren Beteiligung absichern. Das 2025 bewilligte Aktienpaket ist an Zielmarken geknüpft, die derzeit nicht sehr realistisch wirken. Bei einer Übernahme würden diese Vorgaben hinfällig.
Die Anleger reagieren verhalten. Die Tesla-Aktie legte nachbörslich um 1,76 Prozent auf 380,29 Dollar zu. Das deutet darauf hin, dass der Markt keinen großen Aufpreis erwartet.
Der Branchenanalyst Gene Munster hält die Logik dagegen für schlüssig. Tesla besitze, was SpaceX fehle: Fahrzeuge und Roboter, mit denen künstliche Intelligenz in der realen Welt agiert. Er rechnet daher mit einer Zustimmung der Aktionäre.
Verflechtungen und große Versprechen
Die Konzerne arbeiten bereits zusammen. Beim Bau der Chipfabrik Terafab wird bislang das Grundstück freigemacht. Zudem sollen Kaltgas-Düsen von SpaceX in einigen Varianten eines neuen Tesla-Sportwagens stecken, der 2028 in Produktion gehen soll.
Musk macht wie gewohnt weitreichende Ansagen. Das Starship soll Ende 2027 zweimal pro Woche starten. Vor drei Monaten sprach er noch von täglichen Starts.
Zusätzliche Aufmerksamkeit bekommt Musk durch Berichte, er habe eine Drosselung der militärischen Starlink-Version für die Ukraine angeordnet. Das könnte politische Folgen haben.
Wichtig ist nun der Abend. Um 22:05 Uhr legt Tesla seine Zahlen für das dritte Quartal vor. Dann dürfte Musk erneut zur Fusion gefragt werden.
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