Ein lang ersehnter Meilenstein trifft auf skeptische Investoren. Tesla hat im texanischen Werk die Produktion des autonomen Cybercabs gestartet. Die Börse reagiert auf den Produktionsstart jedoch unterkühlt. Der Grund liegt in den Quartalszahlen: Explodierende Investitionskosten überschatten die operativen Fortschritte.

Robotaxi rollt vom Band

Ein kurzes Video von Elon Musk auf der Plattform X lieferte am Freitag die Bestätigung: Das fahrerlose Cybercab verlässt die Fabrikhallen in Texas. Im Laufe des Jahres peilt der Konzern die Massenfertigung an. Nennenswerte Umsätze erwartet der CEO allerdings erst ab 2027. Parallel dazu weitet Tesla seinen Fahrdienst aus. Nach Starts in texanischen Metropolen sollen im ersten Halbjahr Städte wie Miami, Las Vegas und Phoenix folgen.

Starke Margen, explodierende Kosten

Das Auftaktquartal lieferte ein gemischtes Bild. Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 22,39 Milliarden US-Dollar und verfehlte die Markterwartungen damit knapp. Beim bereinigten Gewinn je Aktie übertraf Tesla mit 41 Cent die Prognosen.

Positiv überraschte die Bruttomarge im Automobilgeschäft. Sie kletterte auf 19,2 Prozent, gestützt durch sinkende Materialkosten. Auch die Energiesparte glänzte mit einer Rekordmarge, obwohl der Umsatz in diesem Segment leicht rückläufig war.

Den eigentlichen Kursrutsch löste der Ausblick auf die Ausgaben aus. Finanzchef Vaibhav Taneja kündigte an, dass die Kapitalinvestitionen in diesem Jahr 25 Milliarden Dollar übersteigen werden. Das sind fünf Milliarden mehr als zuletzt prognostiziert. Für den Rest des Jahres rechnet das Management wegen dieser strategischen Investitionen mit einem negativen freien Cashflow.

Hardware-Hürden und Aktienkurs

Ein technisches Detail dämpft die Euphorie um das autonome Fahren. Ältere Tesla-Modelle der Hardware-Generation 3 können das kommende unüberwachte System nicht nutzen. Das Unternehmen plant hierfür vergünstigte Upgrades. Neuigkeiten zum humanoiden Roboter Optimus stellte Musk derweil für den späten Sommer in Aussicht.

An der Börse hinterlässt die teure Zukunftsstrategie Spuren. Die Tesla-Aktie beendete die Woche bei 320,70 Euro und verzeichnete auf Wochensicht ein Minus von rund sechs Prozent. Seit Jahresanfang summieren sich die Verluste auf zweistellige Werte. Der Kurs notiert damit spürbar unter der 200-Tage-Linie von 345,44 Euro. Bis zur geplanten Optimus-Präsentation im Spätsommer bleibt der hohe Kapitalbedarf das bestimmende Thema am Markt.