Gleich drei Verwaltungsratsmitglieder von Texas Instruments haben am 27. Oktober Aktien verkauft. Das Muster ist identisch: erst Optionen ausüben, dann das Paket am Markt abgeben. Der Zeitpunkt fällt auf ein Kursniveau, das die Papiere binnen eines Jahres rund verdoppelt hat.

Drei Verkäufe, ein Muster

Pamela Patsley verkaufte 4.532 Aktien für knapp 1,37 Millionen Dollar, zu durchschnittlich 301,56 Dollar. Robert Sanchez trennte sich von 6.065 Papieren und erlöste rund 1,83 Millionen Dollar. Janet Clark setzte 4.306 Aktien für etwa 1,3 Millionen Dollar ab.

Alle drei hatten zuvor Aktienoptionen zu deutlich niedrigeren Preisen ausgeübt. Sanchez zahlte 79,26 Dollar je Aktie, Clark 110,15 Dollar, Patsley 104,41 Dollar. Die Optionen stammen aus älteren Programmen und wurden in vier gleichen Jahresraten ausübbar. Verkauft wurde jeweils bei gut 300 Dollar.

Patsley hält nach der Transaktion direkt noch 34.487 Aktien, Sanchez 21.600. Solche Optionsausübungen mit sofortigem Verkauf sind bei Führungskräften üblich. Ob persönliche Gründe oder eine Einschätzung zur Bewertung dahinterstehen, lässt sich aus den Meldungen nicht ableiten.

Starker Lauf, geteiltes Analystenbild

Zum Handelsschluss notierte die Aktie bei 313 Dollar, nachbörslich gab sie um gut ein Prozent nach. Das Jahreshoch liegt bei 334 Dollar, der Börsenwert bei rund 286 Milliarden Dollar. Eine Bewertungsanalyse stuft den Titel derzeit als überbewertet gegenüber dem fairen Wert ein.

Fundamental liefert der Konzern Rückenwind. Im dritten Quartal übertraf Texas Instruments zum dritten Mal in Folge die Erwartungen und hob die Prognose für das Schlussquartal an. Der Umsatz lag etwa 80 Millionen Dollar über der Konsensschätzung, getrieben vom Geschäft mit Rechenzentren. Auch die Bruttomarge verbesserte sich deutlich.

Die Analysten ordnen das unterschiedlich ein:

  • Freedom Broker hebt auf „Buy“ und nennt ein Kursziel von 330 Dollar
  • UBS senkt das Ziel von 380 auf 360 Dollar, bleibt aber bei „Buy“
  • Susquehanna und Cantor Fitzgerald setzen jeweils 340 Dollar an
  • Truist hebt das Ziel auf 305 Dollar und belässt es bei „Hold“

Die Spanne reicht damit von 305 bis 360 Dollar. Truists Ziel liegt unter dem aktuellen Kurs, während UBS gut 15 Prozent Luft nach oben sieht. Die Verkäufe der Direktoren ändern an dieser Einschätzung nichts. Sie erinnern aber daran, dass ein Großteil der guten Nachrichten bereits im Kurs steckt. Die Marke von 334 Dollar bleibt die nächste Hürde nach oben.