Starke operative Zahlen, aber ein beispielloser Kursabsturz. Bei The Platform Group klaffen Realität und Marktstimmung extrem auseinander. Die Aktie verlor in den letzten 30 Tagen fast 64 Prozent an Wert. Nun versucht das Management, den Abwärtstrend mit mehreren Maßnahmen zu stoppen.
Am Freitag schloss das Papier bei 1,25 Euro. Damit notiert der Titel nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief. Der Relative Strength Index signalisiert mit einem Wert von 21,5 eine stark überverkaufte Situation.
Um die Nervosität der Fremdkapitalgeber zu lindern, startet das Unternehmen ein Anleihenrückkaufprogramm. Ab dem 2. Juli kauft The Platform Group eigene Nordic Bonds zurück. Das maximale Volumen liegt bei fünf Millionen Euro. Marktbeobachter werten diesen Schritt als Versuch, Bedenken über Steuerverbindlichkeiten und mögliche Kreditkündigungen auszuräumen.
Entscheidungstag rückt näher
Parallel dazu drängt die Zeit bei der geplanten Übernahme des Pharmagroßhändlers AEP. Das Bundeskartellamt genehmigte den Deal bereits im März. Die selbst gesetzte Frist für die Finanzierung endet allerdings Ende Juni.
Die Akquisition ist für die Gruppe enorm wichtig. Das Ziel: ein massiver Wachstumssprung. Der Kauf könnte das jährliche Bruttowarenvolumen auf voraussichtlich drei Milliarden Euro steigern. AEP würde einen zusätzlichen Jahresumsatz von rund 1,1 Milliarden Euro beisteuern.
Hauptversammlung im Fokus
Bislang ignoriert der Markt die operativen Erfolge. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 51 Prozent auf 243 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis wuchs ebenfalls deutlich. Die Jahresprognose bleibt vorerst bestehen.
Am 1. Juli treffen sich die Aktionäre zur ordentlichen Hauptversammlung in Düsseldorf. Auf der Agenda steht unter anderem die Schaffung neuen Kapitals. Investoren werden dort konkrete Antworten zur AEP-Finanzierung einfordern. Gelingt der Abschluss rechtzeitig, plant der Vorstand eine deutliche Anhebung der Jahresziele.
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