Ein Kurseinbruch von 32 Prozent an einem einzigen Tag. Neues Allzeittief bei 1,50 Euro. Und ein CEO, der trotzdem kauft — zu einem Preis über dem Marktkurs.
Am Freitag, dem 12. Juni, erwarb Vorstandschef Dr. Dominik Benner insgesamt 10.133 Aktien der The Platform Group. Der Kaufkurs lag bei 1,88 Euro je Aktie — deutlich über dem Schlusskurs von rund 1,52 Euro. Das Gesamtvolumen betrug knapp 19.050 Euro. Der Erwerb fand außerhalb eines regulären Handelsplatzes statt.
Das Signal ist klar: Benner setzt eigenes Geld ein, um Vertrauen zu demonstrieren.
Klage gegen das manager magazin
Parallel dazu geht das Unternehmen juristisch vor. The Platform Group hat die Kanzlei LHR beauftragt, ein gerichtliches Eilverfahren gegen einen Artikel des manager magazins einzuleiten. Der Bericht vom 12. Juni thematisierte angebliche Kündigungen von Kreditlinien und Steuerschulden.
Das Unternehmen weist diese Darstellungen als unzutreffend zurück. Insbesondere die Aussagen zu Bankverbindungen und Vorgängen bei Tochtergesellschaften entbehrten laut den beauftragten Anwälten einer sachlichen Grundlage. Beim Oberlandesgericht Köln hatte das Unternehmen in der Vergangenheit bereits ähnliche Verfahren gewonnen.
Starke Zahlen, schwaches Vertrauen
Die operativen Kennzahlen aus dem ersten Quartal 2026 erzählen eine andere Geschichte als der Kursverlauf. Der Nettoumsatz stieg auf 243,1 Mio. Euro — nach 160,8 Mio. Euro im Vorjahr. Das bereinigte EBITDA kletterte auf 21,8 Mio. Euro.
Das Management hält an seiner Jahresprognose fest: Nettoumsatz von 1,0 Mrd. Euro und ein bereinigtes EBITDA zwischen 70 und 80 Mio. Euro. Was Anleger nervös macht, ist der Verschuldungsgrad. Den will das Unternehmen bis 2030 auf das 1,0- bis 1,4-fache des EBITDA senken.
Der RSI der Aktie liegt aktuell bei rund 23 — technisch stark überverkauft. Am 25. Juni nimmt das Unternehmen an einer Kapitalmarktkonferenz in Paris teil. Am 1. Juli folgt die ordentliche Hauptversammlung in Düsseldorf, auf der das Management zu den Finanzierungsfragen und dem Stand der AEP-Übernahme Stellung nehmen muss.
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