Starke operative Zahlen, schwache Aktie: Bei The Platform Group klaffen Geschäftsentwicklung und Börsenstimmung auseinander. Der Plattformbetreiber wächst kräftig, bekommt aber höhere Zins- und Logistikkosten zu spüren. Genau diese Mischung macht das Quartal spannend.

Am Donnerstag notiert die Aktie bei 2,87 Euro, ein Minus von 1,03 Prozent; auf Wochensicht summiert sich der Rückgang auf 6,82 Prozent. Die Börse honoriert das Wachstum also bislang nur begrenzt.

Wachstum zieht deutlich an

Das Bruttowarenvolumen stieg im Auftaktquartal um 23,0 Prozent auf 438,4 Millionen Euro. Für ein Plattformmodell ist das die zentrale Messgröße, weil sie zeigt, wie viel Geschäft über das Netzwerk läuft.

Noch stärker entwickelte sich der Umsatz. Er kletterte auf 243,1 Millionen Euro, ein Plus von 51,2 Prozent. Das spricht für eine höhere Monetarisierung des Geschäfts und für mehr Dynamik bei den angebundenen Plattformen.

Auch operativ ging es voran. Das bereinigte EBITDA wuchs um 37,1 Prozent auf 21,8 Millionen Euro. Damit hat The Platform Group bereits einen spürbaren Teil der Jahreszielspanne erreicht.

Unter dem Strich fiel das Bild weniger glänzend aus. Das Konzernergebnis lag bei 17,7 Millionen Euro und damit leicht unter dem Vorjahreswert. Der Grund: Im Vergleichsquartal hatte ein positiver Einmaleffekt geholfen; das Ergebnis je Aktie betrug 0,85 Euro.

Mehr Kunden, mehr Partner, mehr Bestellungen

Die Wachstumsbasis wurde breiter. The Platform Group gewann mehr aktive Nutzer, baute das Partnernetzwerk aus und verarbeitete deutlich mehr Bestellungen.

  • Aktive Kunden: 8,1 Millionen, plus 42,1 Prozent
  • Angeschlossene Partner: 17.221 Unternehmen, plus 12,2 Prozent
  • Bestellungen: 3,4 Millionen, plus 36 Prozent
  • Durchschnittlicher Warenkorb: 128 Euro, plus 2,4 Prozent

Der operative Hebel bleibt damit intakt. Das Unternehmen wächst nicht nur über Preise oder Einmaleffekte, sondern über mehr Aktivität im Netzwerk.

Belastend wirken die Kosten. Das Management verweist auf höhere Zins- und Logistikkosten infolge des Irankriegs. Als Reaktion setzt die Führung auf Effizienzmaßnahmen und den Abbau von Bankverbindlichkeiten.

Prognose bleibt stehen

Für 2026 erwartet The Platform Group weiter ein Bruttowarenvolumen von rund 1,7 Milliarden Euro und einen Konzernumsatz von 1,0 Milliarden Euro. Am Ausblick rüttelt der Vorstand damit nicht.

Das bereinigte EBITDA soll zwischen 70 Millionen und 80 Millionen Euro liegen. Nach dem starken Auftaktquartal wirkt diese Spanne operativ gut unterfüttert, auch wenn die Kostenentwicklung ein wichtiger Störfaktor bleibt.

mwb research bleibt bei der Kaufempfehlung und nennt ein Kursziel von 19,50 Euro. Die Analysten verweisen darauf, dass die Quartalszahlen über der erwarteten Run-rate liegen.

Bei den M&A-Aktivitäten steht nun der erwartete Abschluss der AEP-Übernahme im Juni 2026 an. Bis 2030 will das Unternehmen den Verschuldungsgrad auf das 1,0-fache bis 1,4-fache des EBITDA senken.

Der nächste konkrete Prüfpunkt ist damit die AEP-Transaktion im Juni. Bis dahin bleibt die Lage klar umrissen: operativ liefert The Platform Group, am Markt dominieren noch Skepsis über Kosten, Verschuldung und Umsetzung.