The Trade Desk verliert massiv an Boden. Mit einem Minus von rund 50 Prozent seit Jahresbeginn nähert sich das Papier gefährlich seinem Jahrestief von 15,51 Euro.

Wachstumsmotor gerät ins Stocken

Die Dynamik der Werbeplattform lässt merklich nach. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz nur noch um 12 Prozent. Vor einem Jahr lag das Plus noch bei 25 Prozent.

Die Prognose für das laufende Quartal dämpft die Erwartungen weiter. Das Management rechnet mit mindestens 750 Millionen Dollar Umsatz. Das entspricht einem Wachstum von lediglich acht Prozent.

Parallel dazu geraten die Margen unter Druck. Die operative Gewinnspanne sank im ersten Quartal auf knapp unter sechs Prozent. Früher erzielte der Konzern regelmäßig zweistellige Werte.

Wettbewerb und Lichtblicke

Der Konkurrenzkampf im digitalen Werbemarkt verschärft sich. Besonders die Expansion von Roku setzt den Konzern unter Zugzwang. Analysten bezweifeln inzwischen, dass die Zeiten von dauerhaften Wachstumsraten über 20 Prozent zurückkehren.

Das Unternehmen legte den monatelangen Streit mit dem Werberiesen Publicis bei. Es ging um Gebühren und Audits. Publicis empfiehlt die Plattform nun wieder offiziell als Partner.

Die Kundenbindung bleibt derweil ein Stabilitätsfaktor. Über 95 Prozent der Kunden hielten dem Unternehmen im ersten Quartal die Treue. Diese Quote verteidigt der Konzern seit über zehn Jahren erfolgreich.

Aktuell wird das Papier mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20,6 bewertet. Der RSI von 37,7 signalisiert eine deutlich abgekühlte Stimmung. Einige Beobachter sehen in der Korrektur eine Chance für antizyklische Investoren.

Der Abwärtsdruck bleibt vorerst bestehen. Das Papier notiert fast 80 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 77,60 Euro. Ohne eine Trendwende beim Umsatzwachstum dürfte die psychologisch wichtige Marke am Jahrestief die nächste Bewährungsprobe werden.