Die Aktie des Werbeplattformspezialisten The Trade Desk zeigt erste Stabilisierungstendenzen. Am Donnerstag steigt das Papier um 0,5 Prozent auf 15,89 Euro – das ist immerhin knapp zweieinhalb Prozent über dem neuen 52-Wochen-Tief von 15,51 Euro, das die Aktie am Morgen markiert hatte.
Der leichte Aufwärtstrend kommt nicht von ungefähr. Das Unternehmen hat am Mittwoch den massiven Ausbau seines Commerce-Media-Ökosystems angekündigt. Konkret geht es um die Integration führender Reise- und Hospitality-Plattformen: Booking.com, Agoda, KAYAK und Priceline sind jetzt angebunden. Werbekunden können damit hochwertige Verhaltenssignale aus Reise- und Handelsaktivitäten nutzen, um Kampagnen im offenen Internet zu optimieren.
Hinzu kommen Partnerschaften mit Uber Advertising, Marriott Media und Kinective Media von United Airlines. Laut Unternehmensangaben ist The Trade Desk nun mit der Mehrheit der großen Reisemediennetzwerke verknüpft.
Fox kauft Roku: Ein Signal für die Branche
Ein weiterer Treiber der positiven Stimmung: die kürzlich angekündigte 22 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Roku durch Fox Corporation. Analysten von Benchmark bestätigten ihr Buy-Rating für The Trade Desk mit einem Kursziel von 30 Dollar.
Der Deal sei eine Bestätigung des gesamten Sektors. Für Fox entsteht durch Roku eine massive Präsenz im Bereich Connected TV – inklusive Roku Channel und Tubi. Die Benchmark-Analysten sehen The Trade Desk weiterhin als „kritisch wichtigen“ Technologiepartner für beide Unternehmen. Sie erwarten, dass diese Beziehung im neu formierten Konzern sogar noch enger wird.
Neue Adobe-Partnerschaft und Führungswechsel
Parallel zur Commerce-Offensive hat The Trade Desk eine Integration mit der Adobe Real-Time Customer Data Platform (CDP) gestartet. Marken können damit künftig First-Party-Daten über bezahlte Medienkanäle aktivieren – datenschutzkonform.
Auch personell tut sich etwas: Sarah Gavin wird neue Chief Marketing Officer und Executive Vice President. Nate Olmstead soll im Juli 2026 als Finanzvorstand einsteigen, zuvor war er bei Penguin Solutions in gleicher Rolle tätig.
Die Aktie bleibt trotz der positiven Signale im freien Fall der vergangenen zwölf Monate gefangen. Seit Jahresbeginn verlor das Papier rund 50 Prozent, auf Jahressicht sogar 73 Prozent. Der RSI von 36,5 zeigt leichte Überverkaufstendenzen, die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei knapp 60 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief ist minimal – Anleger warten auf einen klaren Impuls, der den Abwärtstrend nachhaltig durchbricht.
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