Bei The Trade Desk häufen sich die Baustellen. Drei leitende Führungskräfte haben das Unternehmen innerhalb von 48 Stunden verlassen, globale Werbeagenturen untersuchen die Abrechnungspraktiken — und die Aktie notiert nahe ihres 52-Wochen-Tiefs. Gleichzeitig stemmt sich CEO Jeff Green mit einem massiven Aktienkauf gegen den Vertrauensverlust.
Führungswechsel und Agentur-Audits
Der Abgang trifft das Unternehmen an mehreren Stellen gleichzeitig. Chief Marketing Officer Ian Colley, der sieben Jahre für The Trade Desk tätig war, verließ das Unternehmen zusammen mit Communications-Managerin Melinda Zurich und Matthew Henick, dem Senior Vice President of Consumer Products. Auch Boardmitglied Lise Buyer legte ihr Mandat nieder.
Die Abgänge fallen in eine Phase, in der zwei der weltgrößten Werbeagenturen das Geschäftsmodell unter die Lupe nehmen. Publicis Groupe und Omnicom haben Berichten zufolge Audits der Gebührenstrukturen eingeleitet. Publicis soll Kunden sogar empfohlen haben, Ausgaben auf der Plattform vorübergehend zu stoppen — ein deutliches Signal, das den Kursrückgang von knapp 7 Prozent am 8. April mitverursacht haben dürfte.
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Als Übergangslösung übernimmt Anna Sayre, zuvor Vice President of Marketing, kommissarisch den CMO-Posten. Rob Caruso führt künftig die Ventura-TV-OS-Sparte.
Starke Jahreszahlen, gemischte Signale von Insidern
Das operative Geschäft lieferte zuletzt solide Ergebnisse: Für das Gesamtjahr 2025 meldete The Trade Desk einen Umsatz von 2,90 Milliarden US-Dollar — nach 2,44 Milliarden im Vorjahr. Die Bruttomarge lag bei 78,6 Prozent, der Nettogewinn bei 443,3 Millionen Dollar.
CEO Jeff Green kaufte zwischen dem 2. und 4. März Aktien im Wert von rund 148 Millionen US-Dollar — ein klares Bekenntnis zum eigenen Unternehmen. Auf der anderen Seite verkaufte Boardmitglied Kathryn Falberg am 5. März insgesamt rund 153.000 Aktien zu einem Durchschnittspreis von etwa 30,47 Dollar.
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Wells Fargo senkte sein Kursziel zuletzt von 25 auf 24 US-Dollar und begründete dies explizit mit den laufenden Abrechnungsstreitigkeiten mit Publicis. Das Analysten-Konsensus-Kursziel liegt bei rund 41,91 Dollar — deutlich über dem aktuellen Kursniveau von etwa 20 Dollar.
Aktienrückkauf und Jahreshauptversammlung
Das Management hat ein Aktienrückkaufprogramm über 350 Millionen Dollar genehmigt, womit insgesamt 500 Millionen Dollar für künftige Rückkäufe bereitstehen. Die Kundenbindungsrate liegt weiterhin bei über 95 Prozent, und das Wachstum soll über die KI-Plattform Kokai sowie direkte Markenmessungstools vorangetrieben werden.
Am 4. Mai 2026 findet die Jahreshauptversammlung statt — der erste größere Termin, bei dem das Management öffentlich Stellung zu den laufenden Agentur-Audits und den Führungswechseln nehmen dürfte.
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