Der Ad-Tech-Spezialist The Trade Desk sieht sich aktuell mit einer herausfordernden Mischung aus juristischen und operativen Hürden konfrontiert. Während ein offener Streit mit dem Werbegiganten Publicis die Runde macht, hat ein US-Gericht nun eine weitreichende Aktionärsklage rund um die KI-Plattform Kokai zugelassen. Selbst millionenschwere Insiderkäufe des CEOs können die Anleger angesichts dieser Nachrichtenlage derzeit kaum beruhigen.
Machtkampf mit Werbegiganten
Auslöser für die jüngste Schwäche ist ein Konflikt mit der globalen Werbeholding Publicis. Nach einer Überprüfung der Gebührentransparenz und Abrechnungspraktiken riet die Agentur ihren Kunden von der Nutzung der The-Trade-Desk-Plattform ab. Analystin Laura Martin von Needham bewertet die Situation als kurzfristigen Machtkampf um wirtschaftliche Anteile. Sie schätzt, dass Publicis zwar rund zehn Prozent des Jahresumsatzes von 2,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 ausmachte. Aufgrund direkter Verträge mit den Endkunden seien jedoch nur etwa 87 Millionen US-Dollar tatsächlich gefährdet, weshalb sie ihre Kaufempfehlung beibehält.
Juristische Hürden für KI-Plattform
Parallel dazu verschärft sich die rechtliche Situation des Unternehmens. Ein US-Bezirksrichter wies den Antrag von The Trade Desk ab, eine gebündelte Aktionärsklage fallen zu lassen. Die Investoren werfen dem Management vor, über den tatsächlichen Erfolg und die Akzeptanz der KI-gesteuerten Plattform Kokai getäuscht zu haben. Der Richter sah in den vorgebrachten Punkten ausreichende Anhaltspunkte für eine absichtliche Falschdarstellung, sodass das Verfahren nun in die nächste Instanz geht. Die Kläger machen das Unternehmen für einen massiven Wertverlust zwischen Ende 2024 und Mitte 2025 verantwortlich.
Lichtblicke im Schatten der Prognose
Operativ wächst das Unternehmen zwar weiter, die Prognose für das erste Quartal 2026 enttäuschte den Markt jedoch mit einem erwarteten Umsatzplus von lediglich zehn Prozent. Daran konnten auch erste Spekulationen über eine mögliche Werbepartnerschaft mit OpenAI wenig ändern. CEO Jeff Green nutzte das gedrückte Bewertungsniveau Anfang März immerhin für den Kauf eigener Aktien im Wert von rund 148 Millionen US-Dollar.
An der Börse spiegelt sich die aktuelle Skepsis deutlich wider: Mit einem gestrigen Schlusskurs von 20,66 Euro notiert das Papier nur noch hauchdünn über seinem 52-Wochen-Tief von 20,16 Euro und hat auf Jahressicht über 62 Prozent an Wert verloren. Das Management steht nun vor der konkreten Aufgabe, die Vorwürfe im Kokai-Gerichtsverfahren juristisch zu entkräften und den Streit mit Publicis einzudämmen, bevor weitere Großkunden ihre Budgets abziehen.
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