Im Vorfeld der anstehenden Quartalszahlen von The Trade Desk hat sich das Analysehaus Jefferies mit einer vorsichtigen Einschätzung zu Wort gemeldet. Die Analysten bewerten das aktuelle Setup für die Veröffentlichung der Ergebnisse zum zweiten Quartal 2026 als wenig überzeugend. Während der Markt auf neue Impulse hofft, signalisieren die Experten, dass das Wachstum des Werbespezialisten zwar stabil bleiben dürfte, die Erwartungen für die kommenden Jahre jedoch teilweise zu hoch gegriffen sein könnten.
Ausblick auf das zweite Quartal und politische Impulse
Für das abgelaufene zweite Quartal 2026 rechnet Jefferies mit einem Umsatzwachstum von 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Diese Prognose deckt sich weitgehend mit den allgemeinen Markterwartungen. Historisch gesehen übertrifft das Unternehmen seine eigenen Ziele oft um etwa 2 Prozent, was auch für diesen Zeitraum ein typisches Szenario darstellen könnte. Ein wesentlicher Faktor für das zweite Quartal ist der Konflikt mit Publicis, der Mitte März begann und nun erstmals über ein volles Quartal hinweg die Bilanz beeinflussen wird.
Mit Blick auf das dritte Quartal modelliert Jefferies ein Umsatzwachstum von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hier könnten zwei spezifische Faktoren für eine positive Überraschung sorgen: Zum einen wird eine Beilegung des Streits mit Publicis erwartet, zum anderen dürften die Ausgaben für politische Werbung im Vorfeld anstehender Wahlen das Geschäft beleben. Diese saisonalen und ereignisbezogenen Treiber gelten als potenzielle Aufwärtsfaktoren, die über die rein organische Entwicklung hinausgehen.
Anpassung der langfristigen Prognosen und Risikofaktoren
Trotz der kurzfristigen Chancen zeigt sich Jefferies für die ferner liegende Zukunft skeptischer. Die Schätzungen des Marktes, die für das Jahr 2027 von einem Umsatzwachstum in Höhe von 9,4 Prozent ausgehen, werden von den Analysten als aggressiv eingestuft. In der Folge senkte das Analysehaus seine eigenen Umsatzprognosen für das Jahr 2027 um 2 Prozent. Auch die Erwartungen für das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wurden um 3 Prozent auf nun rund 1,4 Milliarden US-Dollar nach unten korrigiert.
Als Hauptgründe für diese Vorsicht nennt Jefferies den zunehmenden Wettbewerbsdruck durch Schwergewichte wie Amazon sowie einen allgemeinen Rückgang des Datenverkehrs im sogenannten Open Web. Zudem sieht sich The Trade Desk einem möglichen Druck auf die Take-Rates gegenüber, also den Anteil am Werbebudget, den das Unternehmen als Gebühr einbehält. Diese strukturellen Herausforderungen lasten auf der langfristigen Wachstumsstory des Konzerns.
Marktreaktion und Kursentwicklung
Die Skepsis der Analysten spiegelt sich in einem schwierigen Börsenjahr für das Unternehmen wider. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Minus von 50,47 Prozent. Damit notiert die Aktie derzeit bei 16,13 € und liegt massiv unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 77,60 €, das im August des vergangenen Jahres erreicht wurde. Anleger beobachten nun genau, ob die kommenden Quartalszahlen die konservativen Prognosen von Jefferies bestätigen oder ob die positiven Effekte aus dem Bereich der politischen Werbung die strukturellen Risiken kurzfristig überlagern können.
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