The Trade Desk steht vor einem tiefgreifenden Wandel in seiner Index-Zugehörigkeit: Die Aktie wird zum kommenden Montag aus dem US-Leitindex S&P 500 gestrichen. Parallel dazu belasten skeptische Analystenprognosen den Kurs, die vor einem langfristigen Rückgang des Marktanteils im Digitalwerbegeschäft warnen.
Während die Marktkapitalisierung deutlich unter Druck steht, setzt das Unternehmen mit neuen Vergütungsplänen für die Führungsebene auf eine langfristige Erholung des Börsenwerts.
Morningstar warnt vor sinkenden Marktanteilen
Laut Berichten von Dow Jones Newswires wird der Ausschluss aus dem S&P 500 vor Handelsbeginn am Montag wirksam. Neben The Trade Desk müssen auch Builders FirstSource und Molson Coors Beverage den Index verlassen. Ersetzt werden sie durch Bloom Energy, Everpure und Illumina. Ein solcher Abstieg führt häufig zu Verkaufsdruck durch indexbasierte Fonds, die ihre Portfolios an die neue Zusammensetzung anpassen müssen.
Zusätzliche Skepsis löst eine aktuelle Analyse von Morningstar aus. Analyst Matthew Dolgin prognostiziert, dass der Marktanteil von The Trade Desk im globalen Digitalwerbemarkt bis zum Jahr 2034 auf rund 1,2 Prozent schrumpfen wird, nachdem er zuletzt noch bei knapp zwei Prozent gelegen hatte.
Der Experte sieht die sogenannte Take Rate – den Anteil, den die Plattform von den Werbeausgaben der Kunden einbehält – durch den Wettbewerb mit Amazon unter Druck. Die Bruttomargen könnten demnach von historisch über 80 Prozent auf künftig 70 bis 75 Prozent fallen.
Kursziele für CEO-Optionen bis 105 US-Dollar
An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage bereits seit geraumer Zeit wider. Seit Jahresbeginn hat das Papier 62 Prozent an Wert verloren. Aktuell notiert die Aktie bei 12,41 Euro und liegt damit deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 48,36 Euro.
Trotz des massiven Abwärtstrends taxiert Morningstar den fairen Wert des Unternehmens auf 16 US-Dollar und erwartet weiterhin ein Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich.
Inmitten dieser operativen Herausforderungen wurde bekannt, dass CEO Jeffrey Green am Montag umfangreiche Aktienoptionen erhalten hat. Die insgesamt sieben Millionen Optionen sind an strikte Bedingungen geknüpft. Das sogenannte Vesting erfolgt in mehreren Tranchen, die erst beim Erreichen ambitionierter Kursziele zwischen 18 US-Dollar und 105 US-Dollar ausgelöst werden. Zudem muss Green für eine Ausübung weiterhin im Amt bleiben, was die langfristige Bindung der Führung an den Unternehmenserfolg unterstreichen soll.
Wettbewerbsdruck durch Tech-Giganten
Währenddessen zeichnen sich im regulatorischen Umfeld leichte Entlastungen ab. In einem Verfahren des US-Justizministeriums gegen die Werbepraktiken von Google wird erwartet, dass die Käuferseite des Marktes, zu der The Trade Desk gehört, kaum von den möglichen Auflagen betroffen sein wird. Dennoch bleibt der Konkurrenzdruck durch integrierte Plattformen wie jene von Amazon oder Meta das zentrale Thema für die künftige Marktpositionierung.
Der digitale Werbemarkt selbst bietet zwar weiterhin Wachstumschancen und soll bis zum Jahr 2035 ein Volumen von 1,5 Billionen US-Dollar erreichen. Die entscheidende Frage für Anleger wird jedoch sein, ob sich The Trade Desk gegen die niedrigeren Gebührenstrukturen der großen Tech-Konzerne behaupten kann, während das Unternehmen gleichzeitig seine Profitabilität verteidigen muss.
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