Die Aktie von The Trade Desk versucht, nach einem brutalen Kursverfall einen Boden zu finden. Das 52-Wochen-Tief von 21,03 Euro, erreicht am 27. März, liegt rund 75 Prozent unter dem Jahreshoch aus 2025. Gestern legte der Titel um gut drei Prozent zu — ein erster Erholungsversuch, der jedoch noch keine Trendwende signalisiert.
Die Angst vor der KI-Verdrängung
Der Kursverfall hat mehrere Ursachen. Zum einen traf die sogenannte „SaaSpocalypse“ — eine sektorweite Neubewertung von Softwareunternehmen — die Aktie besonders hart. Investoren zweifeln daran, ob klassische Anwendungsschichten ihren Wert behalten, wenn KI-Systeme immer mehr Aufgaben übernehmen.
Ein konkreter Auslöser war die Ankündigung von Anthropic, dass sein KI-Assistent Claude eigenständig Computer bedienen kann — inklusive Mausbewegungen und Tastatureingaben. The Trade Desk verlor daraufhin 7,5 Prozent an einem einzigen Tag. Die Sorge: Autonome KI-Agenten könnten klassische Werbeplatformen mittelfristig umgehen, weil sie ohne herkömmliche Benutzeroberflächen arbeiten.
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Quartalszahlen als nächster Prüfstein
Das Unternehmen selbst gibt sich kämpferisch. Das aktive Aktienrückkaufprogramm über 350 Millionen Dollar — rund 2,9 Prozent der ausstehenden Aktien zum aktuellen Kurs — soll Vertrauen signalisieren. Zudem wurde am 25. März Drew Vollero als neues Boardmitglied berufen, ein erfahrener Finanzmanager aus der Technologiebranche.
Für das erste Quartal 2026 stellt das Management einen Umsatz von mindestens 678 Millionen Dollar in Aussicht — ein Wachstum von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das klingt solide, ist aber eine spürbare Verlangsamung gegenüber den 14 Prozent Wachstum im vierten Quartal 2025. Analysten haben ihre Einschätzung mehrheitlich auf „Hold“ zurückgestuft, die Aktie notiert deutlich unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts.
Die Q1-Zahlen werden zeigen, ob die Werbebudgets trotz makroökonomischem Gegenwind stabil geblieben sind — und ob The Trade Desk seine Rolle im offenen Internet-Ökosystem verteidigen kann.
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