The Trade Desk beendet seine langjährige Erfolgssträhne mit einem drastischen Einschnitt in die Personalstruktur. Das Unternehmen für Werbetechnologie gab bekannt, 15 Prozent seiner weltweiten Belegschaft zu entlassen.
Auslöser für diesen radikalen Schritt ist ein massiver Rückgang der Wachstumsdynamik: Zuletzt legte der Umsatz lediglich um drei Prozent zu, was für den einstigen Wachstumswert einen historischen Tiefstand markiert. Damit reagiert das Management auf eine Geschäftsentwicklung, die deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist und die Serie kontinuierlicher Erfolgsmeldungen vorerst beendet.
Marktreaktion und schwieriges Umfeld für Tech-Werte
Die Nachricht belastete den Kurs am vergangenen Freitag spürbar. Das Papier verlor im deutschen Handel 4,7 Prozent an Wert und ging bei einem Kurs von 12,36 Euro aus dem Handel.
Diese Entwicklung spiegelt die allgemeine Skepsis der Anleger wider, die den Wert seit Beginn des Jahres bereits massiv abgestraft haben. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus der Aktie auf 62 Prozent, was den enormen Bewertungsdruck verdeutlicht, unter dem der Titel steht.
Das Marktumfeld erschwert eine schnelle Erholung zusätzlich. Am vergangenen Freitag veröffentlichte US-Arbeitsmarktdaten zeigten für den August einen Zuwachs von 162.000 Stellen, was fast dem Dreifachen der ursprünglichen Prognosen entsprach.
Während ein robuster Arbeitsmarkt grundsätzlich positiv gewertet werden kann, befeuert er in der aktuellen Lage die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Federal Reserve. Für hoch bewertete Technologieaktien wie The Trade Desk bedeutet die Aussicht auf länger anhaltende hohe Zinsen eine zusätzliche Belastung, da künftige Gewinne stärker diskontiert werden müssen.
Welle von Stellenstreichungen in der Technologiebranche
Die Entscheidung von The Trade Desk steht nicht isoliert da, sondern ist Teil eines breiteren Trends zur Kostensenkung innerhalb der Branche. Auch andere Schwergewichte der Digitalwirtschaft haben in diesen Tagen tiefgreifende Restrukturierungen eingeleitet.
So plant Microsoft einen Abbau von bis zu 6.400 Stellen weltweit, wobei insbesondere die Xbox-Sparte mit einer Reduzierung der Belegschaft um 20 Prozent betroffen ist. Parallel dazu bereitet der Fahrdienstvermittler Uber die Entlassung von rund 3.300 Mitarbeitern vor, was etwa zehn Prozent seiner Belegschaft entspricht.
Sogar in der Automobilindustrie greifen ähnliche Maßnahmen: Volkswagen hat einen Transformationsplan genehmigt, der den Abbau von insgesamt 100.000 Stellen bis zum Jahr 2030 vorsieht, und der britische Hersteller Jaguar Land Rover plant Berichten der Zeitung „The Times“ zufolge die Streichung von bis zu 4.000 Arbeitsplätzen.
Für The Trade Desk markiert der Stellenabbau den Versuch, die operativen Kosten schnell an das deutlich verlangsamte Umsatzwachstum anzupassen, um die Profitabilität in einem zunehmend schwierigen konjunkturellen Umfeld zu sichern.
Ob die Reduzierung der Belegschaft ausreicht, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen, wird maßgeblich von der Entwicklung der nächsten Quartalszahlen abhängen.
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