The Trade Desk steckt tief in der Krise. Der Aktienkurs ist in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 54 Prozent eingebrochen und notiert nahe Mehrjahrestiefs. Nun bestätigte das Unternehmen den Abgang dreier weiterer Führungskräfte — und nennt das intern einen geordneten Generationenwechsel.
Drei Abgänge, drei Nachfolger
Chief Marketing Officer Ian Colley, Kommunikationschefin Melinda Zurich und Matthew Henick, der das Streaming-TV-Betriebssystem Ventura verantwortet hatte, verlassen das Unternehmen. Alle drei werden durch interne Kandidaten ersetzt: Anna Sayre übernimmt das Marketing, Rob Caruso führt künftig Ventura. Colley und Sayre sind jeweils seit sieben Jahren im Unternehmen — ein Kontinuitätssignal, das das Management bewusst setzt.
Am Dienstag verlor die Aktie im regulären Handel 6,8 Prozent, erholte sich im nachbörslichen Handel jedoch um rund 3,4 Prozent auf 21,40 Dollar. Das 52-Wochen-Hoch lag bei 91,45 Dollar.
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Audit-Streit und Makrodruck belasten
Der Führungswechsel fällt in eine ohnehin angespannte Phase. Publicis Groupe hatte Kunden empfohlen, Ausgaben auf The Trade Desks Plattform zu stoppen — Auslöser war ein Drittanbieter-Audit, der Bedenken zu Gebührenpraxis und Transparenz aufgeworfen hatte. Auch Omnicom hatte ähnliche Prüfungen veranlasst.
Zusätzlich belasten Makrofaktoren das Werbegeschäft. Die US-Zölle auf chinesische Waren haben große E-Commerce-Anbieter wie Temu und Shein zu deutlichen Kürzungen ihrer Werbebudgets veranlasst — beide waren zuvor bedeutende Kunden. Branchen wie Konsumgüter und Automobil fahren ihre Budgets für 2026 ebenfalls zurück, da Lieferkettenprobleme und Preiserhöhungen die Planungssicherheit verringern.
Wachstum verlangsamt sich spürbar
Diese Gemengelage schlägt sich in den Zahlen nieder. Für das erste Quartal 2026 prognostiziert das Management einen Umsatz von mindestens 678 Millionen Dollar — ein Wachstum von lediglich zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Noch vor einem Jahr lag die Wachstumsrate bei 25 Prozent. Im vierten Quartal 2025 wuchs der Umsatz um 14 Prozent, nach 22 Prozent im Vorjahresquartal.
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Wells Fargo hält an seiner neutralen Einstufung fest, senkte das Kursziel jedoch von 25 auf 24 Dollar.
OpenAI als möglicher Lichtblick
Ein potenzieller Katalysator zeichnet sich ab: Laut einem Bericht des Branchendienstes The Information führt OpenAI frühe Gespräche mit The Trade Desk über eine Partnerschaft, die dem KI-Unternehmen helfen soll, Werbung innerhalb von ChatGPT zu vermarkten. The Trade Desks Infrastruktur könnte OpenAI ermöglichen, schnell ein skalierbares Werbegeschäft aufzubauen, ohne eigene Walled Gardens zu errichten.
Allerdings entwickelt OpenAI berichten zufolge parallel eigene Adtech-Fähigkeiten — eine Partnerschaft wäre also kein langfristiger Anker. Ob der interne Führungswechsel das Vertrauen der Werbetreibenden zurückgewinnen kann, wird sich spätestens mit den nächsten Quartalszahlen zeigen.
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