Die Technologieberatung Thoughtworks hat am 20. Januar 2026 mit AI/works eine neue agentenbasierte Entwicklungsplattform vorgestellt. Das Unternehmen verspricht damit nichts Geringeres als einen Paradigmenwechsel in der Softwareentwicklung – besonders für Konzerne, die mit veralteten IT-Systemen kämpfen.

Die neue Plattform kombiniert KI-gestütztes Reverse Engineering mit automatisierter Code-Generierung. Konkret bedeutet das: Legacy-Systeme, deren Modernisierung bisher Jahre dauerte, sollen künftig in wenigen Monaten erneuert werden können. CEO Mike Sutcliff betont, dass AI/works genau für die hybride Realität entwickelt wurde, in der Unternehmen heute operieren – nicht für idealisierte Greenfield-Szenarien.

Vom Altsystem zur Produktion in 90 Tagen?

Besonders ambitioniert: Thoughtworks verspricht mit dem sogenannten 3-3-3-Delivery-Modell einen Pfad von der Idee bis zur Produktion in nur 90 Tagen. Die Plattform nutzt KI, um bestehende Anwendungen zu interpretieren und in strukturierte Spezifikationen umzuwandeln. Diese werden mit regulatorischen und sicherheitsrelevanten Anforderungen angereichert.

Erste Kunden berichten laut Unternehmensangaben von drastischen Verbesserungen bei Time-to-Market und Kostensenkungen. Die Plattform regeneriert kontinuierlich betroffene Komponenten, sobald sich Anforderungen ändern – ein Ansatz, der großangelegte System-Neubauten vermeiden soll.

Strategische Partnerschaften fixiert

Thoughtworks setzt auf Integration mit führenden Cloud-Anbietern: AWS, Google Cloud, Microsoft Azure, Databricks und Snowflake werden unterstützt. Durch eine Kooperation mit Mechanical Orchard adressiert AI/works auch die Erneuerung von Mainframe-Systemen – ein Milliardenmarkt, den viele Wettbewerber noch scheuen.

R „Ray“ Wang von Constellation Research hebt hervor, dass die Plattform den gesamten Lebenszyklus abdeckt – vom Verstehen alter Systeme bis zum Aufbau neuer Lösungen. Das unterscheide AI/works von Konkurrenzprodukten, die sich primär auf die Beschleunigung neuer Code-Entwicklung konzentrieren.

Verfügbarkeit und Markteinführung

AI/works ist seit 20. Januar 2026 über ein Co-Innovation-Programm verfügbar. Die breitere Markteinführung läuft im ersten Quartal 2026 über die Thoughtworks-Initiative „AI that works“. Interessierte Organisationen können bereits Demos anfordern.

Mit über 10.000 Mitarbeitern in 47 Büros weltweit positioniert sich Thoughtworks damit strategisch im schnell wachsenden Markt für agentenbasierte Entwicklungstools. Ob die ambitionierten Versprechen die Realität von Großprojekten bestehen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.