Innerhalb weniger Tage hat Thyssenkrupp zwei Kaufempfehlungen eingesammelt — und der Kurs quittiert das mit einem Plus von gut 15 Prozent in sieben Tagen. Hinter der Rallye steckt mehr als Analysten-Euphorie.
Deutsche Bank setzt Kursziel auf 14,50 Euro
Die Deutsche Bank hat die Aktie von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel von 11 auf 14,50 Euro angehoben. Begründung: ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis und eine Reihe konkreter Wertkatalysatoren. Im Optimalszenario hält die Bank sogar eine Kursverdopplung für möglich — bei entsprechend hoher Volatilität.
Der Schlusskurs liegt aktuell bei 10,20 Euro. Zum neuen Kursziel wären das noch rund 42 Prozent Aufwärtspotenzial. Ein zweites Analysehaus hatte kurz zuvor ebenfalls seinen Optimismus signalisiert.
Drei Werthebel, drei offene Fragen
Der eigentliche Treiber ist das Umbau-Tempo. Gleich drei Portfolioentscheidungen könnten den Kurs im Frühsommer bewegen.
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Materials Services — die Handelssparte mit 11,4 Milliarden Euro Jahresumsatz — steht vor einer Weichenstellung. Thyssenkrupp prüft Abspaltung, Börsengang oder Verkauf. Ein IPO sei bereits im Herbst möglich, berichten Insider — abhängig davon, dass die Sparte ihre Performance im laufenden Quartal verbessert.
Parallel treiben die Finanzinvestoren Advent und Cinven den Börsengang von TK Elevator voran. Goldman Sachs und die Deutsche Bank begleiten den Prozess. Eine Bewertung von 25 Milliarden Euro steht im Raum. Thyssenkrupp hält noch gut 16 Prozent der Anteile — ein Verkauf könnte rund vier Milliarden Euro einbringen. Wegen jüngster Marktschwankungen prüfen die Hauptaktionäre laut Insidern inzwischen auch einen Direktverkauf.
Hinzu kommt Rückenwind aus Brüssel. Das Europäische Parlament einigte sich darauf, zollfreie Stahlimporte auf 18,3 Millionen Tonnen pro Jahr zu begrenzen. Importe darüber sollen mit 50 Prozent Zoll belegt werden. Das formelle Ja von Parlament und Rat steht noch aus.
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Stahlsparte bleibt das ungelöste Problem
Während die Portfoliostrategie Fahrt aufnimmt, stocken die Verhandlungen über den Mehrheitsverkauf der Stahlsparte an Jindal Steel. Konzernchef Miguel López betont, die Bewertung habe sich durch den Sanierungstarifvertrag, den geplanten HKM-Anteilsverkauf an Salzgitter und die neuen EU-Zölle „erheblich verbessert“. Er will nicht unter Druck verkaufen.
Wie ernst die Lage in der Branche ist, zeigt ein Detail am Rande: Thyssenkrupp Electrical Steel stoppt die Produktion am französischen Standort Isbergues von Juni bis September vollständig. Rund 600 Beschäftigte sind betroffen. Der Grund ist asiatischer Importdruck, der sich seit 2022 verdreifacht hat.
Die Halbjahreszahlen kommen im Mai. Analysten rechnen mit einem Umsatz von rund 8,1 Milliarden Euro — nach 8,6 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Beim bereinigten EBIT peilt der Konzern 500 bis 900 Millionen Euro an. Beim Nettoergebnis erwartet er einen Verlust. Wie groß der ausfällt, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell der Portfolioumbau Früchte trägt.
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