Thyssenkrupp hat nach dem dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 die Untergrenze seiner Jahresprognose angehoben. Der Konzern erwartet nun ein bereinigtes EBIT zwischen 600 Millionen und 900 Millionen Euro, zuvor lag die Spanne bei 500 Millionen bis 900 Millionen Euro.
Im abgelaufenen Quartal stieg der Umsatz um 8 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT lag bei 183 Millionen Euro, unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 34 Millionen Euro.
Reuters führte die Kursreaktion am Berichtstag auf die angehobene Prognose sowie auf Stärke im Stahl-, Marine- und Materialgeschäft zurück. Die Aktie wurde im Tagesverlauf bis nahe an den höchsten Stand seit November 2018 gehandelt.
Am gestrigen Mittwoch schloss das Papier bei 13,10 Euro, ein Minus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vortag – nach dem starken Lauf der vergangenen Wochen offenbar eine Verschnaufpause. Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein Plus von 47 Prozent zu Buche.
Verhandlungen um Fördermittel für Duisburger Stahlwerk
Parallel zur besseren operativen Entwicklung sorgt ein anderes Thema für Bewegung: Laut Reuters führt Thyssenkrupp fortgeschrittene Gespräche mit Brüssel, um die Förderstruktur für die geplante grüne Stahlanlage in Duisburg an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen.
Das Projekt hat ein Volumen von 3 Milliarden Euro, zwei Drittel der Finanzierung stammen der Agentur zufolge von Bund und Land – ursprünglich an den Einsatz von Wasserstoff gebunden. Eine Anpassung der Förderbedingungen könnte dem Konzern mehr Spielraum geben, sollte sich der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft weiter verzögern.
Für Anleger ist die Verzahnung beider Entwicklungen entscheidend: Steigt die operative Ertragskraft im Kerngeschäft, wächst zugleich der finanzielle Spielraum, um Verhandlungen über die Fördermodalitäten für das milliardenschwere Transformationsprojekt selbstbewusster zu führen. Ein Scheitern der Gespräche mit Brüssel würde die Investitionsrechnung für das Duisburger Werk erneut infrage stellen.
Blick auf anstehende Termine
Auf der operativen Ebene richtet sich der Blick zusätzlich auf thyssenkrupp Steel Europe: Für Ende September ist dort ein Capital Markets Day angekündigt, bei dem der Konzern voraussichtlich weitere Details zur Strategie des Stahlgeschäfts liefern dürfte – auch vor dem Hintergrund der laufenden Fördergespräche.
Insgesamt zeigt sich ein Konzern, der auf mehreren Ebenen zugleich liefert: bessere Zahlen im laufenden Geschäft, eine angehobene Ertragsprognose und gleichzeitig laufende Verhandlungen über die Zukunft eines der größten Transformationsprojekte der deutschen Industrie. Wie tragfähig die neue Förderstruktur für das grüne Stahlwerk am Ende ausfällt, dürfte sich erst in den kommenden Wochen zeigen.
Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 20. August liefert die Antwort:
Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Thyssenkrupp-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Thyssenkrupp: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

