Das Sparprogramm Apex beginnt zu greifen. Thyssenkrupp meldete heute für das zweite Geschäftsquartal ein bereinigtes operatives Ergebnis von 198 Millionen Euro — zehnmal so viel wie die mageren 19 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten lediglich 167 Millionen Euro erwartet.
Stahlsparte dreht ins Plus
Ausgerechnet die oft kritisierte Stahlsparte lieferte einen wesentlichen Beitrag zur Erholung. Niedrigere Rohstoff- und Energiekosten verbesserten die Marge spürbar, auch wenn das Preisniveau für Stahl weiterhin unter Druck steht. Der Werkstoffhandel profitierte zusätzlich vom Nordamerika-Geschäft und dem internationalen Handel.
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Weniger erfreulich: Der Umsatz sank um zwei Prozent auf 8,4 Milliarden Euro. Schwache Abrufmengen aus der Automobilindustrie und rückläufige Erlöse bei der Wasserstofftochter Nucera drückten auf die Einnahmen. Unter dem Strich verblieb ein Nettoverlust von 11 Millionen Euro — wobei das Vorjahr durch einen Sonderertrag von rund 270 Millionen Euro aus dem Verkauf von TK Electrical Steel India verzerrt war.
Prognose angepasst, Ziele bestätigt
Die Jahresprognose für das bereinigte EBIT bleibt mit einer Spanne von 500 bis 900 Millionen Euro unverändert. Beim Umsatz zog das Management jedoch die Zügel an: Statt bisher leichtem Wachstum rechnet der Konzern nun bestenfalls mit einem stabilen Erlösniveau, im ungünstigen Fall mit einem Rückgang von bis zu drei Prozent. Ursache sind verzögerte Umsatzrealisierungen im Bereich Decarbon Technologies und ein veränderter Produktmix bei Steel Europe.
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Die laufenden Restrukturierungen — Stellenabbau und Kapazitätskürzungen im Stahl- und Automotive-Bereich — werden im Gesamtjahr zu Mittelabflüssen zwischen 300 und 600 Millionen Euro führen. Der Free Cashflow im zweiten Quartal lag bereits bei minus 327 Millionen Euro. Unter dem Strich erwartet der Konzern für das Gesamtjahr weiterhin einen Verlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro.
Positiv stach der Auftragseingang heraus: Er kletterte um 32 Prozent auf 10,64 Milliarden Euro — maßgeblich getrieben von Großaufträgen bei Marine Systems. Die Aktie reagierte nachbörslich mit einem leichten Plus von rund einem Prozent auf 10,21 Euro.
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