Thyssenkrupp liefert ab 2026 CO₂-reduzierten Stahl in Serie an BMW — ein handfester Beweis, dass die Dekarbonisierungsstrategie funktioniert. Am Kapitalmarkt spielt das derzeit kaum eine Rolle.
Amundi-Rückzug trifft einen bereits geschwächten Titel
Den stärksten Kursimpuls der vergangenen Wochen löste nicht ein operatives Ereignis aus, sondern eine Pflichtmeldung: Mitte März senkte der französische Asset-Manager Amundi seinen Stimmrechtsanteil von 5,22 auf 4,92 Prozent — knapp unter die Meldeschwelle. Die Reaktion war heftig. Die Aktie brach an einem einzigen Handelstag um bis zu zehn Prozent ein. Institutionelle Investoren werteten den Schritt als Signal, dass großes Kapital das Vertrauen in die Transformationsstrategie verliert.
Der Rückgang passt in ein größeres Bild: Seit dem 52-Wochen-Hoch bei 13,24 Euro im Oktober 2025 hat die Aktie rund 38 Prozent verloren und notiert aktuell bei 8,21 Euro — nur knapp oberhalb des jüngsten Mehrjahrestiefs.
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Restrukturierung kostet, Klarheit fehlt
Der finanzielle Druck ist erheblich. Im ersten Quartal 2025/26 wuchs der Nettoverlust auf 353 Millionen Euro, nach minus 51 Millionen im Vorjahr. Verantwortlich dafür sind vor allem Umbaukosten in der Stahlsparte in Höhe von 401 Millionen Euro.
Parallel läuft der geplante Verkauf der Stahlsparte an Indiens Jindal Steel International — intern wächst laut Berichten die Skepsis, ob der Deal überhaupt zustande kommt. Auch die Zukunft der Handelstochter Materials Services (11,4 Milliarden Euro Jahresumsatz, über 15.000 Mitarbeiter) bleibt offen: Börsengang, Abspaltung oder Verkauf — eine Entscheidung soll bis Herbst 2026 fallen.
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Als stabiles Gegengewicht erweist sich die Rüstungstochter Marine Systems (TKMS) mit einem Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro, darunter das Fregatten-Programm F127 der Bundeswehr und eine Bewerbung um bis zu zwölf U-Boote in Kanada.
Drei Termine im zweiten Quartal
Das laufende Quartal bringt konkrete Entscheidungsmomente:
- Ende März 2026: Materials Services muss operative Fortschritte in Richtung Eigenständigkeit vorweisen
- 12. Mai 2026: Halbjahresbericht mit aktuellem Verhandlungsstand zu Jindal und Materials Services
- 1. Juni 2026: Geplante Übertragung der HKM-Anteile an Salzgitter
Der Halbjahresbericht im Mai wird zeigen, ob sich die drei offenen Strukturfragen — Jindal-Deal, Materials-Services-Zukunft, HKM-Transfer — dem Abschluss nähern. Solange das unklar bleibt, dürfte der operative Fortschritt beim grünen Stahl den Kurs kaum bewegen.
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