Fünf Tage bis zum Quartalsende — und Thyssenkrupp steht gleich an mehreren Stellen unter Beweis-Druck. Materials Services muss operative Fortschritte zeigen, Nucera kämpft mit einer massiven Gewinnwarnung, und der Stahlverkauf stockt. Der Konzern steckt mitten in einem Umbau, der auf mehreren Schauplätzen gleichzeitig entschieden wird.
Materials Services: Eigenständigkeit oder Verzögerung
Die Handelstochter Materials Services — 11,4 Milliarden Euro Jahresumsatz, mehr als 15.000 Mitarbeiter — soll in die Unabhängigkeit entlassen werden. Bis Ende März muss die Sparte konkrete operative Fortschritte nachweisen. Gelingt das, wäre der Weg für einen möglichen Börsengang im Herbst 2026 frei. Scheitert sie, droht eine Verzögerung des gesamten Restrukturierungsplans.
Als Alternativen prüft das Management eine Abspaltung an bestehende Aktionäre, einen Direktverkauf oder eine Umwandlung in eine KGaA-Struktur — letztere würde es Thyssenkrupp erlauben, auch nach dem Verkauf einer Minderheitsbeteiligung die Kontrolle zu behalten.
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Nucera: Gewinnwarnung überschattet Großauftrag
Bei der Wasserstofftochter Thyssenkrupp Nucera überlagern sich schlechte und gute Nachrichten auf ungewöhnliche Weise. Die operative Verlustprognose für das laufende Geschäftsjahr weitete sich von maximal 30 Millionen Euro auf nun 30 bis 80 Millionen Euro aus. Der Umsatz im Wasserstoffsegment selbst bricht ein: Statt 459 Millionen Euro im Vorjahr werden nur noch 120 bis 170 Millionen Euro erwartet — ausgelöst durch technische Nachbesserungen an ausgelieferten Modulen und den Stopp einer US-Pilotanlage.
Gleichzeitig meldete Nucera einen Großauftrag für den spanischen Energiekonzern Moeve: Elektrolyseure mit 300 Megawatt Kapazität für eine Wasserstoffanlage in Andalusien, die künftig rund 45.000 Tonnen grünen Wasserstoff jährlich produzieren soll. Zusammen mit einem Chlor-Alkali-Auftrag im Nahen Osten hob das Management die Prognose für den Auftragseingang deutlich an — auf 550 bis 850 Millionen Euro. Deutsche-Bank-Analyst Michael Kuhn brachte es auf den Punkt: Die guten Auftragsnachrichten seien von der Gewinnwarnung überschattet worden.
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Marine als verlässlicher Anker
Während Stahl und Wasserstoff belasten, bleibt Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) der stabilste Baustein im Portfolio. Eine Bruttomarge von 17 Prozent und ein Auftragsbestand von knapp 19 Milliarden Euro sprechen für sich. Noch größeres Potenzial steckt im kanadischen U-Boot-Programm: TKMS ist einer von zwei verbliebenen Bietern für zwölf konventionelle U-Boote mit einem Auftragsvolumen von bis zu 37 Milliarden Euro. Die Vergabeentscheidung fällt zwischen Mai und Juni 2026.
Mitte März hatte eine Pflichtmeldung die Stimmung zusätzlich belastet: Asset-Manager Amundi reduzierte seinen Stimmrechtsanteil von 5,22 auf 4,92 Prozent und fiel damit unter die Meldeschwelle. Der Markt reagierte mit einem Tageseinbruch von bis zu zehn Prozent — die Aktie markierte dabei ein neues 52-Wochen-Tief. Seither notiert der Titel rund 38 Prozent unterhalb des Oktober-Hochs von 13,24 Euro.
Der Halbjahresbericht am 12. Mai 2026 wird drei Fragen beantworten müssen: Wie weit sind die Verhandlungen mit Jindal Steel über den Stahlverkauf gediehen, hat Materials Services die internen Ziele bis Ende März erfüllt, und wann konkret fällt die HKM-Anteilsübertragung am 1. Juni 2026? Die Antworten werden zeigen, ob der Umbaukurs Fahrt aufnimmt — oder erneut ins Stocken gerät.
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