Thyssenkrupp Aktie: HKM-Verkauf an Salzgitter zum 1. Juni

Thyssenkrupp treibt den Konzernumbau mit HKM-Verkauf, einer höheren Stahlbewertung und neuen EU-Importzöllen voran. Die Aktie legt deutlich zu.

Thyssenkrupp Aktie
Kurz & knapp:
  • HKM-Anteilsverkauf an Salzgitter geplant
  • Stahlsparte um 600 Millionen aufgewertet
  • EU kürzt Stahlimportquoten drastisch
  • Auftragseingang steigt um 32 Prozent

Thyssenkrupp löst einen Knoten nach dem anderen. Der geplante Verkauf der HKM-Anteile an Salzgitter, eine aufgewertete Stahlsparte und bald schärfere EU-Importzölle — der Konzernumbau gewinnt an Kontur. Die Aktie hat seit ihrem Märztief bereits rund 48 Prozent zugelegt, notiert aktuell bei 10,60 Euro.

HKM-Abgabe: Duisburg wechselt den Haupteigentümer

Zum 1. Juni soll Thyssenkrupp Steel seinen 50-Prozent-Anteil an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann an Salzgitter abgeben. Das Duisburger Gemeinschaftswerk gehört derzeit zu je 30 Prozent Salzgitter und zu 20 Prozent dem französischen Röhrenhersteller Vallourec. Mit dem Vollzug gibt Thyssenkrupp seinen Hauptanteil ab — und sichert sich gleichzeitig die Belieferung durch HKM bis Ende 2028. Ursprünglich war die Versorgung bis 2032 vertraglich fixiert, die Verkürzung ist Teil der finanziellen Entflechtung, deren Details nicht öffentlich gemacht werden.

CEO Miguel López treibt den Umbau zur Finanzholding konsequent voran. Der HKM-Schritt ist dabei kein Einzelfall, sondern Teil einer Strategie, die strukturelle Einschnitte quer durch alle Segmente vorsieht.

Buchwert der Stahlsparte um 600 Millionen Euro angehoben

CFO Axel Hamann hat die Bewertung der Stahlsparte von 2,4 auf 3 Milliarden Euro angehoben. Drei Entwicklungen rechtfertigen die Aufwertung: der Tarifvertrag zum Abbau beziehungsweise zur Auslagerung von 11.000 Stellen, der HKM-Ausstieg sowie die bevorstehenden EU-Schutzmaßnahmen gegen Billigimporte.

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Die Neubewertung fiel in einen heiklen Moment: Kurz zuvor hatten Thyssenkrupp und Jindal Steel International ihre Gespräche über einen Anteilserwerb an der Stahlsparte pausiert. Ein neuer strategischer Investor ist damit vorerst vom Tisch.

EU kürzt Importquoten ab Juli drastisch

Ab dem 1. Juli kürzt die EU die zollfreien Stahl-Importquoten um 47 Prozent auf 18,3 Millionen Tonnen jährlich. Für Mengen darüber gilt ein Strafzoll von 50 Prozent. Für europäische Produzenten wie Thyssenkrupp wäre das ein spürbarer Wettbewerbsvorteil im Heimatmarkt.

Der Druck durch Billigimporte hatte zuletzt direkte Folgen: Thyssenkrupp fuhr temporäre Produktionsstilllegungen in Gelsenkirchen und im französischen Isbergues hoch — rund 1.200 Mitarbeiter sind betroffen.

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Halbjahreszahlen: Aufträge stark, Umsatz unter Druck

Die Zahlen zum zweiten Quartal (Stichtag 12. Mai) zeigen ein gemischtes Bild. Der Auftragseingang sprang um 32 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro — getrieben von Großaufträgen bei Marine Systems. Der Konzernumsatz lag bei 8,4 Milliarden Euro, leicht unter dem Vorjahreswert, belastet durch niedrigere Stahlpreise und schwächere Abrufe in der Automotive-Sparte. Das Nettoergebnis für die ersten sechs Monate landete bei minus 345 Millionen Euro.

Die Jahresprognose für den Umsatz wurde leicht gesenkt — auf eine Bandbreite von minus drei bis null Prozent, nach zuvor minus zwei bis plus ein Prozent. Die Ziele für bereinigtes EBIT, Free Cashflow und Nettoergebnis blieben unverändert. Das Eigenkapital lag zum 31. März stabil bei 10,3 Milliarden Euro, die verfügbare Liquidität bei 4,6 Milliarden Euro.

Mit dem HKM-Vollzug Anfang Juni, der formellen EU-Abstimmung zur neuen Stahlzoll-Verordnung und einer ausstehenden Entscheidung über einen möglichen Großauftrag aus Kanada stehen in den nächsten Wochen gleich mehrere Weichenstellungen an. Citigroup-Analyst Ephrem Ravi sieht darüber hinaus die erwartete Abspaltung von Material Services sowie die Monetarisierung des Aufzuggeschäft-Anteils als weitere potenzielle Kurstreiber.

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