Thyssenkrupp schraubt gleichzeitig an mehreren Großbaustellen – und genau diese Mischung aus Umbaukosten, Verkaufsplänen und Fristen sorgt für Nervosität. Entscheidend sind jetzt zwei Punkte: Liefert Materials Services bis Ende März messbare Fortschritte, und kommt der Stahl-Deal mit Jindal voran? Die Antworten darauf prägen, wie glaubwürdig der Umbauplan an der Börse wirkt.
Restrukturierung: Fortschritt mit Preisschild
Im ersten Quartal 2025/26 zeigte das operative Geschäft zwar Lichtblicke: 7,2 Milliarden Euro Umsatz und 211 Millionen Euro bereinigtes EBIT. Unter dem Strich blieb aber ein Nettoverlust von 334 Millionen Euro hängen. Hauptgrund waren Restrukturierungskosten von 401 Millionen Euro bei Steel Europe.
Der Konzern bestätigte den Jahresausblick. Trotzdem: Solche Sonderbelastungen sind wie schweres Gepäck auf einer ohnehin steilen Etappe – sie drücken auf die Wahrnehmung, selbst wenn operativ etwas vorangeht. Am Aktienmarkt spiegelt sich das in den jüngsten Verlusten: In den vergangenen 30 Tagen ging es um 15,99% nach unten, der Schlusskurs am Mittwoch lag bei 9,85 Euro.
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Materials Services: Drei Wege, eine Frist
Im Fokus steht Materials Services. Die Einheit wird operativ überprüft und muss bis Ende März messbare Verbesserungen vorweisen, um die geplante Eigenständigkeit zu untermauern. Das Gewicht ist erheblich: 11,4 Milliarden Euro Umsatz (GJ 2024/25) und mehr als 15.000 Mitarbeiter.
Strategisch liegen mehrere Optionen auf dem Tisch: Abspaltung, Börsengang oder Komplettverkauf. Ein IPO könnte laut Quelltext bereits im Herbst 2026 kommen. Parallel prüft Thyssenkrupp eine Umwandlung in eine KGaA, um bei künftigen Anteilsverkäufen mehr Kontrolle zu behalten.
Steel Europe und TKMS: Deal-Gespräche und ein stabiler Anker
Bei Steel Europe laufen vertrauliche Gespräche mit Jindal Steel International – die Due-Diligence-Prüfung ist bereits gestartet. Flankierend hat der Konzern wichtige Schritte abgearbeitet: ein Tarifvertrag zur Stahl-Neuausrichtung (Dezember 2025) und ein Term Sheet mit Salzgitter zur Zukunft der HKM (Februar 2026). Die Übertragung der HKM-Anteile an Salzgitter ist für den 1. Juni 2026 geplant.
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Operativ sicherte sich die Stahlsparte zudem einen Auftrag: Ab 2026 soll CO₂-reduzierter bluemint® recycled Stahl an BMW für die Serienproduktion des BMW iX3 gehen, inklusive TÜV-Süd-zertifizierter Emissionswerte (0,75 Tonnen CO₂ je Tonne Warmband).
Stabilität liefert TKMS: Die Marinesparte agiert seit dem Börsengang im Oktober 2025 eigenständig, Thyssenkrupp hält weiter 51%. Mit 18,7 Milliarden Euro Auftragsbestand (Ende 2025) bleibt sie ein wichtiger Anker im Konzernportfolio.
Zum nächsten Stichtag wird es konkret: Am 12. Mai 2026 legt Thyssenkrupp den Halbjahresbericht vor – und genau dort dürften Investoren Fortschritte bei Materials Services, den Stand der Jindal-Verhandlungen sowie die Umsetzung des HKM-Schritts zum 1. Juni abgleichen.
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