Im Fahrwasser einer positiven Sektordynamik hat die Aktie von Thyssenkrupp am Freitag um 6,2 Prozent zugelegt und bei 13,78 Euro geschlossen. Den Impuls für den Anstieg lieferte das Branchenumfeld: Der Kurs kletterte im Sog der Papiere des Branchennachbarn Salzgitter, nachdem die Großbank UBS die Salzgitter-Aktie hochgestuft hatte. Die daraus resultierende Bewegung erfasste auch die Anteilsscheine des Essener Industriekonzerns.

Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier damit ein Plus von 48 Prozent, gestützt von Restrukturierungsbemühungen und strategischen Neuordnungen in den einzelnen Teilbereichen des Konzerns.

Analysten heben ihre Kursziele an

Die jüngste Kursentwicklung spiegelt eine wachsende Zuversicht auf Seiten institutioneller Beobachter wider. Am 7. Oktober hob Analyst Tommaso Castello vom Analysehaus Jefferies das Kursziel für Thyssenkrupp von 13,00 auf 16,50 Euro an und bestätigte die Einstufung mit „Buy“. Castello begründete den Schritt mit der anstehenden Erholung des Stahlgeschäfts sowie der geplanten Abspaltung der Handelssparte tk accelis.

Tags darauf passte auch Baader Europe die Erwartungen nach oben an. Am 8. Oktober erhöhte das Haus das Kursziel für den Essener Konzern von 13,90 auf 15,50 Euro und beließ das Votum auf „Add“. Hintergrund für diese Anpassung waren höhere Ertragserwartungen für die Stahlsparte infolge der dortigen Strategiepläne.

Auf dem Capital Market Day der Stahlsparte vor rund zwei Wochen hatte das Management ambitionierte Mittelfristziele präsentiert, darunter ein bereinigtes EBITDA von mindestens 1,2 Milliarden Euro und eine operative Marge von mindestens 11 Prozent.

Fortschritte bei Portfolioumbau und Internationalisierung

Parallel zu den Marktbewegungen treibt der Konzern die geplante Verselbstständigung von tk accelis voran. Laut Medienberichten zielt Thyssenkrupp auf den 28. Oktober für die separate Börsennotierung der Werkstoff-Handelssparte ab. Vom Unternehmen selbst wurde dieser konkrete Termin bislang nicht bestätigt; offiziell hält der Konzern lediglich daran fest, dass die Notierung bis Ende 2026 vollzogen werden soll.

Gleichzeitig baut Thyssenkrupp seine Aktivitäten im Automobilbereich international aus. Die Sparte Automotive Technology eröffnete am 8. Oktober ein neues Entwicklungszentrum für Fahrwerkstechnologien im indischen Pune. An dem Standort sind bereits mehr als 120 Ingenieurinnen und Ingenieure tätig, in den kommenden Jahren soll die Belegschaft dort auf mehr als 300 Beschäftigte anwachsen.

Auf der Anteilseignerseite gab es ebenfalls Bewegung: Die Investmentbank Goldman Sachs meldete für den Stichtag 5. Oktober eine Gesamtposition von 7,61 Prozent an Thyssenkrupp, wovon 1,49 Prozent auf Stimmrechte aus Aktien und 6,12 Prozent auf Finanzinstrumente entfallen.

In der kommenden Woche steht für das Management der nächste Termin an: Am 14. Oktober präsentiert sich das Unternehmen auf einer Roadshow für Investoren in Paris. Die Veröffentlichung des vollständigen Geschäftsberichts für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025/2026 folgt planmäßig am 8. Dezember.